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Die niederländische Rabobank will mit einer Busse von 774 Millionen Euro den weltweiten Skandal um manipulierte Zinsen hinter sich lassen. Konzernchef Piet Moerland tritt per sofort zurück.

Als fünftes Institut zieht die Rabobank mit einem Vergleich mit Behörden in den USA, Grossbritannien und den Niederlanden finanzielle Konsequenzen aus der Affäre. Die bisherige Rekordstrafe bekam die UBS mit rund 1,4 Mrd. Franken aufgebrummt.

An den Manipulationen seien rund 30 Rabobank-Angestellte sechs Jahre lang bis 2011 beteiligt gewesen, aber niemand aus dem Top-Management, teilte die Bank am Dienstag mit. Trotzdem erklärte Moerland seinen Rücktritt - ein Jahr bevor der 64-Jährige in Pension gehen wollte. "Das Verhalten dieser Leute und die Wortwahl einiger von ihnen hat mich schockiert", begründete er seinen Schritt.

Die im Genossenschaftssektor und in der Landwirtschaft tief verwurzelte Bank bangt um ihren Ruf bei den konservativen Kunden und den angeschlossenen Banken. "Das hätte bei der Rabobank nie passieren dürfen", erklärte Moerland, der auf eine Abfindung verzichtete. Er war seit 2009 Chef der Bank.

Die Hauptverantwortlichen seien entlassen worden, andere hätten Abmahnungen erhalten oder wurden von Leitungsaufgaben abgezogen. Insgesamt forderte die Bank 4,4 Mio. Euro an Boni aus der Periode 2009 bis 2012 zurück.

Finanzminister Jeroen Dijsselbloem sagte, der "schamlose Betrug" stehe diametral im Widerspruch zu den genossenschaftlichen Werten. Die hohe Geldbusse sei gerechtfertigt, sagte Dijsselbloem, der auch Euro-Gruppenchef ist. Geschäftsleitung und Verwaltungsrat räumten eigene Fehler ein: Sie hätten die Risiken unterschätzt, die mit den Meldungen der Libor- und Euribor-Zinssätze verbunden seien.

Nur die UBS zahlte mehr

Von den Interbanken-Zinssätzen hängen weltweit Geschäfte im Volumen von mehr als 300 Billionen Dollar ab. Die Behörden haben bislang Bussen gegen vier Banken verhängt. Mehr als die Rabobank hat nur die UBS gezahlt. Auch Barclays und die Royal Bank of Scotland wurden gebüsst. Gegen zahlreiche weitere Institute wird noch ermittelt.

Die britische Finanzaufsicht FCA erklärte, die Strafe gegen die Rabobank sei so hoch ausgefallen, weil ein Mitarbeiter intern schon 2009 erklärt hatte, dass seine Meldungen auf Anweisungen von Händlern beruhten. Es habe mehr als 500 Versuche gegeben, den Libor zu manipulieren. "Das Fehlverhalten der Rabobank ist mit das schlimmste, das wir beim Libor festgestellt haben", sagte FCA-Chefermittlerin Tracey McDermott.

SDA-ATS