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Mit einem schnellen Vormarsch der Rebellen geht der Konflikt im Südsudan in seine zweite Woche. Augenzeugen zufolge eroberten die Aufständischen wichtige Teile des für die Ölindustrie zentralen Bundeslandes Unity.

Internationale Organisationen und Staaten wie die USA oder Grossbritannien forcieren unterdessen ihre Bemühungen, Mitarbeiter und Landsleute in Sicherheit zu bringen. Die Vereinten Nationen evakuieren alle nicht dringend benötigten Mitarbeiter ins benachbarte Uganda.

Der britische Aussenminister William Hague rief seine Landsleute zum Verlassen des Landes auf. Die Regierung werde am Montag ein Flugzeug in die Hauptstadt Juba schicken, um alle Briten ausser Landes zu bringen.

Das US-Aussenministerium teilte am Sonntagabend mit, man habe inzwischen etwa 380 US-Bürger und rund 300 Bürger anderer Länder aus ausgeflogen. Sie seien mit Charter- und Militärmaschinen nach Nairobi oder an andere sichere Orte gebracht worden. Kenia hat Truppen in die Region Jonglei entsandt, um 1600 Kenianer heim zu holen.

US-Präsident Barack Obama lässt sich nach Angaben des Weissen Hauses auch im Hawaii-Urlaub regelmässig von seinen Sicherheitsberatern über die Lage im Südsudan informieren.

In einem am Sonntagabend veröffentlichten Brief an die führenden Politiker im Washingtoner Kongress kündigte an, er werde nötigenfalls weitere Massnahmen ergreifen, um die Sicherheit von US-Bürgern und -Einrichtungen sowie deren Mitarbeitern in dem Land zu gewährleisten.

Hintergrund der am vergangenen Wochenende ausgebrochenen Unruhen ist ein Machtkampf von Präsident Salva Kiir mit seinem im Juli entlassenen Stellvertreter Riek Machar. Im Südsudan leben mehrere verfeindete Volksgruppen.

Rebellenführer signalisiert Verhandlungsbereitschaft

Dem britischen Rundfunksender BBC sagte Machar, er führe die Rebellen an. Das Bundesland Unity sei vollständig unter seiner Kontrolle.

Zugleich erklärte er demnach seine Bereitschaft zu Verhandlungen. Voraussetzung sei allerdings die Freilassung verhafteter Weggefährten. Kurz nach Beginn der blutigen Unruhen waren mehrere frühere Minister festgenommen worden.

Wo sich Machar aufhält, ist unklar. Er wird aber im Südsudan vermutet. Ein Sprecher des ugandischen Aussenministeriums kündigte an, Vermittler mehrerer ostafrikanischer Staaten würden in naher Zukunft mit Machar sprechen.

Angst vor Bürgerkrieg

Präsident Kiir gehört den Dinka an, die die Regierungspartei und frühere Rebellentruppe SPLM (Sudanesische Volksbefreiungsbewegung) dominieren. Sein Rivale Machar ist ein Lou Nuer. Es wird befürchtet, dass sich die Kämpfe zu einem Bürgerkrieg ethnischer Gruppen ausweiten.

Der Südsudan war erst 2011 nach einem jahrzehntelangen Bürgerkrieg vom Sudan unabhängig geworden. Trotz reicher Ölvorkommen leben die meisten Menschen in extremer Armut.

Mindestens 500 Menschen sollen in der vergangenen Woche ums Leben gekommen sein. Mehr als 40'000 Menschen suchen nach UNO-Angaben inzwischen Zuflucht in Lagern der Vereinten Nationen. Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) sprach von rund 65'000 Flüchtlingen und warnte vor einer humanitären Katastrophe.

SDA-ATS