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Die Entgleisung eines Regionalzugs der Matterhorn-Gotthard-Bahn bei Fiesch im Oberwallis ist am Samstagabend glimpflich ausgegangen. Verletzt wurde niemand. (Archiv)

KEYSTONE/URS FLUEELER

(sda-ats)

Ein Regionalzug der Matterhorn-Gotthard-Bahn (MGB) ist am Samstagabend bei Fiesch im Oberwallis in einen Stein geprallt und entgleist. Verletzt wurde niemand. Der auf dem Trassee liegende Stein war bei Baggerarbeiten oberhalb der Zugstrecke ins Rollen geraten.

MGB-Mediensprecher Patrick Fux sagte auf Anfrage der Agentur Keystone-SDA, dass ein Komet-3-Zug mit rund zwanzig Fahrgästen an Bord auf der Fahrt von Zermatt nach Fiesch kurz nach der Haltestelle "Fiesch Feriendorf" in den Stein geprallt sei. Die Schnellbremsung des Lokführers habe den Crash nicht verhindern können.

Nach dem Zusammenprall sei die Zugkomposition entgleist. Weder der Lokführer noch Fahrgäste seien dabei verletzt worden. Die Reisenden wurden laut Fux bereits in einem Ersatzbus zum ursprünglichen Zielort gebracht.

Missglückte Baggerarbeiten als Ursache

Die Untersuchungen der Kantonspolizei Wallis haben laut Fux ergeben, dass ein Privater auf seinem Grundstück mit Baggerarbeiten beschäftigt war und sich dabei ein Stein löste. Dieser rollte aufs Bahntrassee, wo es zum Zusammenprall mit dem Regionalzug kam.

Mit welcher Geschwindigkeit die Komposition unterwegs war, liess sich am Samstagabend noch nicht sagen. Auch der Schaden an der Lok ist noch nicht bezifferbar. Untersuchungen dazu laufen.

Während der Räumungsarbeiten bleibt die einspurige Strecke rund um den Unfallort gesperrt. Die Reisenden werden mit Ersatzbussen transportiert. Einsatzkräfte seien nun daran, den Zug wieder aufzugleisen, sagte Fux. Es sei geplant, den fahrplanmässigen Betrieb am Sonntagmorgen wieder aufzunehmen.

Einer von mehreren Zwischenfällen

Die Matterhorn-Gotthard-Bahn hatte in den vergangenen Jahren verschiedene Unfälle mit Verletzten oder Toten zu verzeichnen. An der fast gleichen Stelle der Strecke bei Fiesch war am 23. Juli 2010 ein "Glacier Express" entgleist. Dabei kam eine japanische Touristin ums Leben. 42 Personen wurden verletzt.

Gut drei Jahre später stiess ein Regionalzug der Matterhorn-Gotthard-Bahn bei Mörel VS auf einem unbewachten Bahnübergang mit einem Lieferwagen zusammen und entgleiste. 11 der 41 Passagiere wurden verletzt, 2 davon mittelschwer.

Vor fast exakt einem Jahr wurden bei einem Rangierunfall im Bahnhof Andermatt rund dreissig Personen verletzt - niemand aber lebensbedrohlich. Der Unfall ist auf eine falsch eingestellte Weiche zurückzuführen.

Mitte August 2018 schliesslich kollidierte ein Zug der Matterhorn-Gotthard-Bahn in Selkingen im Goms mit einem Auto. Dabei kam der Automobilist ums Leben. Das Unglück ereignete sich auf einem unbewachten Bahnübergang.

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SDA-ATS