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Renzi fordert mehr Augenmerk auf den Mittelmeerraum

Der italienische Ministerpräsident Matteo Renzi hat von den Europäern mehr Aufmerksamkeit für ihre südlichen Nachbarn gefordert. Zur Eröffnung einer Mittelmeerkonferenz in Rom warnte er auch vor dem Erstarken der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) in Libyen.

"Europa hat in diesen Jahren eine Chance verpasst. Weil es sich nach Osten erweitert hat, hat es am Ende dem Mittelmeer keine Aufmerksamkeit gewidmet. Beim Blick nach Osten hat es das Interesse am Mittelmeer verloren", sagte Renzi am Donnerstag. Es sei entscheidend, die Zusammenarbeit mit einigen Schlüsselländern auszubauen.

Themen der dreitägigen Konferenz sind unter anderem wirtschaftliche Zusammenarbeit und Sicherheit im Mittelmeerraum sowie die Flüchtlingskrise. Am Sonntag schliesst sich eine internationale Libyen-Konferenz an.

Renzi sagte, er hoffe, dass dabei ein Durchbruch zur Bildung einer Einheitsregierung in dem von einem Bürgerkrieg zerrissenen Land gelinge. Italien stehe bereit, eine Mission zur Unterstützung der künftigen libyschen Regierung anzuführen.

Die Vernichtung der Terrororganisation Islamischer Staat habe absolute Priorität, sagte Renzi weiter. Es seien aber Strategien nötig und keine "Last-Minute-Lösungen".

Kultur als Pfeiler im Kampf gegen Terrorismus

Auch die Förderung der Kultur sei für den Kampf gegen den Terrorismus wichtig. "Sie ist das Immunsystem unserer Gesellschaft gegen den Fanatismus", sagte Renzi. Gegen die Terrorgefahr helfe es nicht, die Grenzen zu schliessen, denn ein bedeutender Teil der Pariser Attentäter sei in Europa aufgewachsen.

Der jordanische König Abdullah II. forderte auf der Konferenz, dass die Palästinenser endlich zu ihrem Recht kommen müssten. Abdullah II., der gemeinsam mit Renzi die Konferenz eröffnete, hob die gegenseitige Abhängigkeit der Länder Europas, Nordafrikas und des Nahen Ostens hervor. "Entweder erheben wir uns gemeinsam, oder wir fallen gemeinsam", sagte er.

Solange man den Palästinensern ihre Rechte verweigere, würden viele Menschen nicht an internationale Gerechtigkeit glauben, warnte er. Jordanien brauche viel Unterstützung, weil es für die internationale Gemeinschaft das Gewicht der Syrienflüchtlinge trage.

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