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Kleider und Drogen für Hippies: Blick in den Themenraum "Alltag" der Berner 68er-Ausstellung.

zvg/Christine Moor

(sda-ats)

Die 68er sind noch zu Lebzeiten reif fürs Museum. Jedenfalls in Bern: Dort geht das Historische Museum ab Donnerstag den Spuren einer bewegten Zeit nach.

1968 sei der Sammelbegriff für die Phase von den späten 60er- bis zu den frühen 70er-Jahren, sagte Museumsdirektor Jakob Messerli am Mittwoch vor den Medien. Die neue Wechselausstellung in seinem Haus erinnert an den Protest gegen den Vietnamkrieg, die Befreiung der Frauen, Kommunen, Rock- und Popmusik und Hippies mit Blumen mit Haar.

Mit Protesten, Demonstrationen, Happenings und auch mit Humor kämpfte die junge Generation Ende der 60er-Jahre gegen überkommene Autoritäten und Werte. Die Enge der Nachkriegsschweiz ist in einem nachgebauten bürgerlichen Wohnzimmer zu Beginn der Ausstellung förmlich greifbar.

Am Medienrundgang spazierten mehrere Zeitzeugen durch dieses Wohnzimmer - Menschen, die einem auch in weiteren Räumen begegnen. Zum einen auf Fotos von damals, zum anderen als Chronisten und Erzähler der damaligen Zeit.

Mit "1968 Schweiz" rücke das Museum ein zeitgeschichtliches Thema in den Fokus, das im historischen Bewusstsein noch wenig gefestigt sei, sagte Direktor Messerli. Dass das Erbe der 68er auch heute durchaus kontrovers beurteilt werde, sei für die Ausstellung eine spannende Herausforderung.

So könnten sich die Besucher zum Beispiel fragen, welche gesellschaftlichen Errungenschaften die Schweiz den 68ern zu verdanken habe und welche problematische Aspekte mit den damaligen Tabubrüchen einhergingen. "Hat die damals propagierte Selbstverwirklichung auch Schattenseiten?"

Begleitet wird die Ausstellung vom Buch "Revolte, Rausch und Razzien". Neunzehn 68er blicken zurück auf die politisch heisse Zeit vor fünfzig Jahren. Die Ausstellung selber ist bis zum 17. Juni 2018 zu sehen.

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SDA-ATS