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Revolverfirma Colt kann Rechnungen nicht mehr zahlen

Dieser Inhalt wurde am 15. Juni 2015 - 18:28 publiziert
(Keystone-SDA)

Der legendäre US-Revolverfirma Colt kann ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen und geht in die Insolvenz. Das Management will die Geschäfte mit Unterstützung eines Investors weiterführen, doch die Zukunft der Traditionsmarke ist ungewiss.

Der US-Waffenhersteller Colt hat Konkurs angemeldet. Am Montag stellte das hoch verschuldete Unternehmen aus Hartford im US-Bundesstaat Connecticut Gläubigerschutz beim Insolvenzgericht in Delaware. Die mehr als 160 Jahre alte Firma teilte mit, den Geschäftsbetrieb aufrechterhalten und ohne Kündigungen mit dem aktuellen Führungsteam in die Restrukturierung gehen zu wollen.

Colt hat die Rückendeckung des New Yorker Hedgefonds Sciens Capital Management, der die Dachgesellschaft Colt Defense LLC kontrolliert. Der Finanzinvestor sicherte zu, bei einer Versteigerung der Insolvenzmasse als erster Bieter an den Start zu gehen. Grössere Rivalen wie Smith & Wesson oder Sturm Ruger müssten damit tiefer in die Tasche greifen, um Colt zu schlucken.

Der Sender CNN hatte in der Vorwoche zudem bereits berichtet, dass Colt schon eine Einigung über eine Umschuldung mit seiner Bank erzielt habe. Der Waffenhersteller kämpft schon länger mit schlechten Geschäften. Als ein wesentlicher Grund gilt, dass 2013 ein wichtiger Vertrag mit der US-Armee verloren ging, die mehr als 80 Jahre von Colt beliefert worden war.

Mitte Mai hatten sich die Finanzprobleme soweit zugespitzt, dass Colt Zinsen über 10,9 Millionen US-Dollar (9,6 Mio Euro) bei Anleiheinvestoren nicht begleichen konnte. Am Sonntag lief eine 30-tägige Gnadenfrist aus, um die Schulden doch noch zu bezahlen. Dazu kam es aber nicht mehr. Colt hatte den Gläubigern Angebote zum Anleihetausch gemacht, die aber Verluste bedeutet hätten.

Der Schuldenberg von Colt soll sich auf 355 Millionen Dollar belaufen. Das Unternehmen hatte in seiner langen Geschichte häufig Finanzprobleme. Das letzte Insolvenzverfahren durchlief es in den 1990er Jahren. Damals konnte es vor der endgültigen Pleite bewahrt werden. Colt ist eine der traditionsreichsten Marken der US-Rüstungsbranche.

Firmengründer Samuel Colt hatte 1836 das Patent für den Revolver mit Drehtrommel erhalten. Diese Technik erlaubte es erstmals, bis zu sechs Schüsse ohne Nachladen abzugeben und sollte die Waffenindustrie später revolutionieren. Trotzdem tat sich Colt zunächst schwer und musste die erste Fabrik in New Jersey schiessen. 1855 wurde das Unternehmen Colt's Manufacturing Company gegründet, der Ausbruch des US-Bürgerkriegs sorgte wenige Jahre später für einen Absatzboom.

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