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Polizeikräfte räumen nach Ronaldos Gerichtstermin in Pozuelo de Alarcón Absperrungen weg. Über 200 Journalisten aus aller Welt hatten sich mit den kargen Worten eines Sprechers begnügen müssen.

Keystone/EPA EFE/EMILIO NARANJO

(sda-ats)

Weltfussballer Cristiano Ronaldo ist am Montag wegen des Vorwurfs der Steuerhinterziehung befragt worden. Gegenüber der Untersuchungsrichterin behauptete der 32-Jährige in Pozuelo de Alarcón nahe der spanischen Hauptstadt Madrid, nie Steuern hinterzogen zu haben.

Die eineinhalbstündige Anhörung fand zwar hinter verschlossenen Türen statt, sorgte aber dennoch für eine riesige öffentliche Aufmerksamkeit. Vor dem Eingang des Gerichtsgebäudes warteten mehr als 200 Reporter und rund 40 Kameraleute aus mehr als 20 Ländern vergeblich auf den portugiesischen Torjäger von Real Madrid.

Sie mussten sich nach der Anhörung mit den kargen Worten des Sprechers von Ronaldos Manager Jorge Mendes, Iñaki Torres, begnügen. "Alles ist in Ordnung, Cristiano ist schon auf dem Weg nach Hause", lautete die Botschaft. Schnell war seitens der Medien von einer "Schande" und einem "Ablenkungsmanöver" die Rede.

Alle Anschuldigungen von sich gewiesen

In einem später am Montag verbreiteten Communiqué des Gerichts hiess es dann, Ronaldo habe alle Anschuldigungen von sich gewiesen. "Ich habe niemals etwas verborgen und auch niemals die Absicht gehabt, Steuern zu hinterziehen", sagte der Profi demnach. Er habe betont, dass die Finanzbehörden "alle meine Einnahmen im Detail kennen, da ich sie immer angegeben habe".

Wer ihn kenne, der wisse, dass er seine Berater darum bitte, dass sie immer alles pünktlich erledigen und alles korrekt zahlen, "weil ich keine Probleme haben möchte", sagte der Weltstar in der Mitteilung des Gerichts. Er habe vor der Richterin auch die Anschuldigung zurückgewiesen, bei seinem Wechsel von Manchester United nach Spanien ein Unternehmensgeflecht zur Steuerhinterziehung geschaffen zu haben.

"Als ich bei Real Madrid unterschrieben habe, habe ich keine spezielle Struktur kreiert, um meine Bildrechte zu verwalten. Ich habe vielmehr jene Struktur beibehalten, die ich schon in England hatte." Diese habe er schon seit 2004, sie sei in England von den zuständigen Behörden als "legal und legitim" anerkannt worden, behauptete der Portugiese in dem Kommuniqué.

Mehrjährige Haftstrafe droht

Es war wohl in der Tat, wie die Madrider Sportzeitung "Marca" feststellte, Ronaldos "härtester Tag". Es geht nämlich um den Vorwurf der Steuerhinterziehung in Höhe von 14,7 Millionen Euro.

Nach dem Termin hat die Richterin Mónica Gómez Ferrer, die in Justizkreisen als "hart" gilt, bis zu 18 Monate Zeit, um über die Eröffnung eines Strafprozesses gegen den Champions-League-Sieger und Europameister zu entscheiden. Im Falle einer Verurteilung droht "CR7" eine mehrjährige Haftstrafe.

Nach der Anzeige der für Wirtschaftsdelikte zuständigen Staatsanwaltschaft soll Ronaldo zwischen 2011 und 2014 Millioneneinnahmen aus Bildrechten "bewusst" am Fiskus vorbeigeschleust haben. Dafür habe er im Jahr 2010 - ein Jahr nach seinem Wechsel von Manchester United zu Real - auf den Britischen Jungferninseln und in Irland ein Unternehmensgeflecht geschaffen.

Privilegierter Star

Kurz vor 11.00 Uhr war Ronaldo am Montag unbemerkt mit seinem Wagen durch eine Hintereinfahrt direkt in die Garage des Gerichtsgebäudes gefahren. Ein solches Privileg habe im vergangenen Jahr nicht einmal die Infantin Cristina bekommen, wunderte sich ein Kommentator im spanischen Fernsehen.

Cristina habe damals in Palma de Mallorca an Journalisten und Schaulustigen vorbeifahren müssen, um ins Gericht zu kommen. Die Schwester von König Felipe VI. musste im Steuerbetrugsverfahren gegen ihren Ehemann Iñaki Urdangarín aussagen.

Viele Fussballstars und auch andere Persönlichkeiten wie etwa die weltberühmte Opernsängerin Montserrat Caballé mussten in Spanien bereits wegen Steuerbetrugs auf die Anklagebank. Berühmtestes Ziel der gnadenlosen Fahnder war Ronaldos sportlicher Erzrivale Lionel Messi.

Der Profi des FC Barcelona wurde wegen Steuerhinterziehung von 4,1 Millionen Euro zu 21 Monaten Haft verurteilt. Sein Glück: Bei Strafen von bis zu zwei Jahren müssen nicht vorbestrafte Angeklagte in Spanien in der Regel nicht ins Gefängnis.

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SDA-ATS