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Brasiliens linksgerichtete Präsidentin Dilma Rousseff hat die Wiederwahl geschafft. Die Opposition verpasste auch im dritten Anlauf den Machtwechsel. Aber sie geht gestärkt aus der Wahl hervor.

Rousseff setzte sich bei der Präsidentenwahl denkbar knapp gegen ihren Herausforderer durch. Die seit dem 1. Januar 2011 regierende Rousseff erhielt am Sonntag 51,64 Prozent der Stimmen. Ihr Gegenkandidat Aécio Neves aus dem Mitte-rechts-Lager kam auf 48,36 Prozent.

Rousseff sprach vor ihren Anhängern von "historischen Wahlen". Die weissgekleidete Politikerin trat gemeinsam mit ihrem Vorgänger und Mentor Luiz Inácio Lula da Silva auf und zeigte sich kämpferisch. Immer wieder wurde sie von Jubelrufen unterbrochen.

Der Wahlkampf war einer der härtesten in der Geschichte Brasiliens und geprägt von gegenseitigen Vorwürfen und Tiefschlägen. Dennoch widersprach die 66-jährige Wahlsiegerin der Auffassung, das Land sei gespalten. "Ich glaube nicht, dass diese Wahlen das Land in der Mitte geteilt haben." Zugleich machte sie klar, dass sie bereit zum Dialog sei. Das sei die erste Aufgabe ihres zweiten Mandates.

Sie versprach, eine Volksabstimmung über eine Politikreform anzugehen und die Korruption noch effektiver zu bekämpfen. "Ich will eine viel bessere Präsidentin als bisher sein", betonte sie.

Glückwünsche vor allem aus Lateinamerika

Mit dem Sieg sicherte Rousseff ihrer Arbeiterpartei die Macht bis 2018. Am Ende ihres zweiten Mandates wird die Arbeiterpartei PT im fünftgrössten Land der Erde insgesamt 16 Jahre an der Macht sein.

Der unterlegene Kandidat Neves erkannte seine Niederlage an und gratulierte Rousseff. Auch er nannte als oberste Priorität, das Land zu einen. Er habe "einen guten Kampf gekämpft" und seine Mission erfüllt.

Glückwünsche erhielt Rousseff unter anderem aus Argentinien, Mexiko, Ecuador und von Venezuelas linkem Staatschef Nicolás Maduro. Rousseff habe den "schmutzigen (Wahl-)Krieg und die Lüge besiegt", schrieb Maduro via Twitter.

Grosse Herausforderungen

Die neue Regierung in Brasília steht vor der Herausforderung, die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Das Wachstum der siebtgrössten Volkswirtschaft der Welt dürfte in diesem Jahr unter einem Prozent liegen. Die Inflationsrate ist hoch und die heimische Währung Real volatil.

Die knappe Mehrheit der Brasilianer setzte auf Kontinuität. Vor allem die Wähler in den ärmeren Landesteilen im Nordosten folgten offenbar der Argumentation Rousseffs, dass mit einem Machtwechsel auch die in den vergangenen zwölf Jahren erreichten sozialen Errungenschaften in Gefahr seien.

Die von der PT massiv ausgeweitete Familiensozialhilfe (Bolsa Família) erreicht in Brasilien inzwischen bis zu 50 Millionen Menschen. Die Regierung schuf zudem Milliarden-Programme für den sozialen Wohnungsbau.

Straucheln auf der Zielgeraden

Ein wichtiges Wahlkampfthema war auch die Korruption. Rousseff musste sich auf den letzten Metern der Kampagne mit Vorwürfen auseinandersetzen, sie habe von einem massiven Korruptionsskandal beim staatlich kontrollierten Öl-Konzern Petrobras gewusst.

Sie wies entsprechende Berichte als "Wahl-Terrorismus" zurück. 2013 waren Hunderttausende Menschen in Brasilien aus Protest gegen Korruption, Misswirtschaft und Mängel im Bildungs-, Gesundheits- und Transportwesen auf die Strasse gegangen.

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SDA-ATS