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Wird mit grosser Sicherheit erneut die Wahlen gewinnen: Ruandas Präsident Paul Kagame, hier bei der Stimmabgabe in der Hauptstadt Kigali.

Keystone/AP/JEROME DELAY

(sda-ats)

Zum dritten Mal nach dem Völkermord hat das ostafrikanische Ruanda am Freitag einen neuen Präsidenten gewählt. Aufgerufen waren knapp sieben Millionen Wahlberechtigte. Der amtierende Staatschef Paul Kagame kann mit grosser Sicherheit eine dritte Amtszeit erwarten.

Die Wahlen seien friedlich verlaufen, sagte ein Sprecher der Polizei, nachdem die Wahllokale am Freitagnachmittag geschlossen wurden. Der Wahlbehörde zufolge gaben rund 80 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Demnach werden noch am Freitag vorläufige Ergebnisse bekanntgeben.

Kagame, der als sicherer Sieger gilt, gab seine Stimme in einer Grundschule in der Hauptstadt Kigali ab. Er erhielt bei den vergangenen zwei Präsidentschaftswahlen jeweils über 90 Prozent der Stimmen.

Den beiden Kagame-Herausforderern Philippe Mpayimana, ein unabhängiger Bewerber, und Frank Habineza von der Demokratischen Grünen Partei werden kaum Chancen eingeräumt. "Der Wahlprozess war transparent und ich werde das Ergebnis akzeptieren", sagte Mpayimana.

Stabilität und Wirtschaftswachstum

Unter Kagames Führung beendete die Patriotische Front Ruandas (RPF) 1994 den Genozid, in dem rund 800'000 Tutsi und gemässigte Hutu getötet wurden. Seitdem ist der 59-Jährige Teil der politischen Führung. Er war Vizepräsident und Verteidigungsminister, bevor er im Jahr 2000 erstmals zum Präsidenten gewählt wurde.

Kagame geniesst Experten zufolge grosse Popularität und hat im kleinen Land für Stabilität und Wirtschaftswachstum gesorgt. Laut Transparency International ist Ruanda eins der am wenigsten korrupten Länder in Afrika.

Eingeschränkte Meinungsfreiheit

Allerdings sind Menschenrechtlern zufolge Meinungsfreiheit und politische Oppositionsarbeit stark eingeschränkt. Unabhängige Medien und Menschenrechtsorganisationen existieren fast nicht mehr im Land, kritisierte Human Rights Watch.

Eigentlich war Kagame von einer dritten Amtszeit per Verfassung ausgeschlossen. In einem Referendum 2015 stimmten aber 98 Prozent von Ruandas Bevölkerung für eine Verfassungsänderung, die ihm ein Verbleiben im Amt bis 2034 ermöglicht.

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SDA-ATS