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Egnach - Der Obst- und Gemüsesaft-Hersteller Thurella streicht fast jeden zweiten Arbeitsplatz. Im zürcherischen Eglisau und im thurgauischen Egnach gehen bis Ende Jahr rund 100 von gegenwärtig insgesamt 220 Stellen verloren, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte.
Der Abbau ist Folge einer Fokussierung: Die angeschlagene Thurella konzentriert sich künftig auf die Marke Biotta sowie die Herstellung und Vermarktung von Grundstoffen für Obst- und Gemüsesäfte. Die Marken Obi und Rittergold sollen weiter betrieben werden - es würden sämtliche Optionen geprüft.
Management und Verwaltungsrat bedauern den Stellenabbau. Er sei aber zwingend, um die Ostschweizer Unternehmensgruppe "für die Zukunft flott zu machen und eine nachhaltige Rentabilität zu sichern".
Sozialplan besteht
Das Unternehmen habe mit der Personalkommission einen Sozialplan ausgearbeitet. Zudem seien bereits Rückstellungen getätigt worden, um Härtefälle zu vermeiden. Schliesslich würden interne Job-Centers in Eglisau und Egnach eingerichtet.
Thurella betonte mit Blick auf ihre bestehenden Grosskunden, dass sie auch in der kommenden, wetterbedingt eher mageren Erntesaison an qualitativ hochstehendem Mostobst interessiert sei. Es sei ausreichend Geld vorhanden, um Äpfel und Birnen bezahlen zu können.
Ausbau in Deutschland
Alle Mitarbeitenden von Biotta werden Anfang September in Tägerwilen zusammengezogen. Egnach bleibt jedoch der Unternehmenssitz der Thurella AG. Die im deutschen Neuenstadt-Stein domizilierte GESA Gemüsesaft GmbH soll zu einem strategischen Standbein von Thurella in der Europäischen Union ausgebaut werden.
Mit all diesen tiefgreifenden Restrukturierungsmassnahmen verabschiede sich Thurella endgültig von der aggressiven Wachstumsstrategie und besinne sich auf die Kernkompetenzen, hiess es im Communiqué.
Hoher Verlust
Thurella musste im vergangenen Geschäftsjahr einen Verlust von 57,2 Mio. Fr. hinnehmen. Der Umsatz war 2009 um 11,4 Prozent auf 168,5 Mio. Fr. eingebrochen. Das Unternehmen hatte Ende 2009 eine Eigenkapitalquote von 13,6 Prozent bei einer Nettoverschuldung von rund 72 Mio. Franken.

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SDA-ATS