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Sarkozy: Elsässer und Lothringer waren Opfer von Kriegsverbrechen

Dieser Inhalt wurde am 08. Mai 2010 - 20:08 publiziert
(Keystone-SDA)

Paris - Der französische Präsident Nicolas Sarkozy hat die Elsässer und Lothringer gewürdigt, die in der Nazi-Zeit als Deutsche zur Wehrmacht eingezogen worden waren. "Man hat sie gezwungen, gegen ihr Vaterland, ihren Eid und ihr Gewissen zu handeln", sagte Sarkozy.
Sie seien "Opfer des schlimmsten Unterdrückungsregimes, das die Geschichte gekannt" habe, "Opfer eines wahren Kriegsverbrechens", sagte er bei einer Feier zum Sieg über das Dritte Reich in Colmar weiter.
130'000 Elsässer und Lothringer wurden ab 1942 eingezogen und an der Ostfront eingesetzt. Sie werden in Frankreich gerne als "malgré nous" ("gegen unseren Willen") bezeichnet, um zu zeigen, dass sie nicht freiwillig in deutschen Streitkräften dienten. Nach dem Krieg waren die Elsässer allerdings oft als "boches" (Deutsche) beschimpft worden. Das Elsass war 1940 von Hitler-Deutschland besetzt worden.
"Die 'malgré nous' waren keine Verräter", sagte Sarkozy. "Es war nötig, dass ein Präsident der Republik ins Elsass kommt, um den Elsässern zu sagen, dass ihr Schmerz der aller Franzosen ist, denn Frankreich ist unteilbar."
Sarkozy nannte die Kollaboration der französischen Regierung in Vichy mit Nazi-Deutschland Verrat. "Vichy hat Frankreich verraten und entehrt." Er würdigte den Widerstand und die französischen Soldaten, die das Elsass gegen Kriegsende befreit hätten.

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