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Blicken auf ein "emotionales" und erfolgreiches Jahr zurück: CEO Andreas Meyer und Verwaltungsratspräsidentin Monika Ribar.

Keystone/PETER KLAUNZER

(sda-ats)

Mehr Passagiere als je zuvor, ein höherer Konzerngewinn, schwarze Zahlen im Güterverkehr und zufriedenere Kunden: Die SBB hat im vergangenen Jahr ihre Ziele erreicht. Trotzdem hält sie an ihrem Sparprogramm fest.

Ein emotionales Jahr sei es gewesen, mit der Eröffnung und Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels, betonten sowohl die neue SBB-Verwaltungsratspräsidentin Monika Ribar als auch der langjährige CEO Andreas Meyer am Dienstag vor den Medien. Und wenn dazu noch alle Konzernziele übertroffen würden, sei das ein schöner Einstieg, sagte Ribar.

Das Konzernergebnis stieg im letzten Jahr um 135 Millionen Franken auf 381 Millionen Franken. Der Zuwachs ging hauptsächlich auf Immobilienverkäufe zurück, auf ein verbessertes Finanzergebnis und der Erholung im Güterverkehr. Das Betriebsergebnis hingegen war rückläufig (-19 Prozent).

Passagierrekord

Beim Personenverkehr stieg der Gewinn um 6,7 Prozent auf 139 Millionen Franken. Das Bahnunternehmen transportierte letztes Jahr pro Tag die Rekordzahl von 1,25 Millionen Passagiere, 3,5 Prozent mehr als noch vor einem Jahr.

Auch die Stammkundschaft nahm zu: Fast eine halbe Million Menschen besitzen mittlerweile ein Generalabonnement (472'000) und 2,4 Millionen ein Halbtaxabo. Ende 2016 waren 2,1 Millionen Personen in Besitz eines SwissPasses.

Vor allem im nationalen Verkehr benutzten mehr Personen die Bahn: plus 3,9 Prozent im Regionalverkehr und plus 0,6 Prozent im Fernverkehr. Im internationalen Verkehr hingegen musste die SBB einen Rückgang von 10 Prozent hinnehmen, namentlich nach Frankreich wegen der angespannten Sicherheitslage.

"Eine Schallmauer durchbrochen" hat gemäss Meyer der Online-Verkauf: Mit 18 Millionen verkauften Billetten übertraf SBB Mobile im letzten Jahr erstmals den Absatz am Schalter (16 Millionen Billette und minus 19 Prozent).

Güterverkehr wirft Gewinn ab

In die Gewinnzone zurückgekehrt ist der Güterverkehr - und dies in einem "nach wie vor schwierigen wirtschaftlichen Umfeld", das sich für den Binnengüterverkehr und Export weiter akzentuiere. Während im Vorjahr noch ein Verlust von 22 Millionen Franken resultiert hatte, blieb 2016 unter dem Strich ein Ergebnis von 1 Million Franken.

Das positive Ergebnis habe dank erneutem Wachstum bei SBB Cargo International, weiteren Effizienzsteigerungen in der Produktion sowie der Senkung der Strukturkosten bei SBB Cargo Schweiz erreicht werden können, schreibt die SBB. Gemäss Meyer legte der Nord-Süd-Transport um 11 Prozent zu, während der Binnenverkehr rückläufig war, eine Entwicklung, welche die Konzernleitung weiter beschäftige.

Immobilien im Plus, Infrastruktur im Minus

Hauptverantwortliche für die Ertragszunahme war im letzten Jahr jedoch die Division Immobilien, "ohne die wir uns die Eisenbahn überhaupt nicht leisten" könnten, wie CEO Meyer betonte. 221 Millionen Franken kamen durch die Veräusserung von Grundstücken zusammen, die Mieterträge der 32 grössten Bahnhöfe erreichten 1,59 Milliarden Franken.

Insgesamt stieg das Ergebnis bei den Immobilien um 26,3 Prozent auf 433 Millionen Franken. Davon flossen 150 Millionen Franken an Ausgleichszahlungen zur Sanierung der Pensionskasse und 150 Millionen an die Infrastruktur.

Dieser Geschäftsbereich rutschte weiter in die roten Zahlen ab. 103 Millionen Franken Verlust standen Ende Jahr zu Buche und damit 7 Millionen mehr als ein Jahr zuvor. Die SBB hat gemäss Vereinbarung mit dem Bund zum letzten Mal aus eigenwirtschaftlichen Mitteln 123 Millionen Franken an die Bahninfrastruktur bezahlt.

Die Zuschüsse von Bund und Kantonen für Betrieb und Unterhalt der Infrastruktur, Ausbauten sowie den Regionalverkehr stiegen um 7,7 Prozent auf 2,5 Milliarden Franken. Darin enthalten ist auch die Übernahme des Gotthard-Basistunnels.

Sparprogramm "auf Kurs"

Um auch in Zukunft konkurrenzfähig zu bleiben, hält die SBB-Spitze am angekündigten Millionen-Sparprogramm "RailFit20/30" fest. Bis 2020 sollen dafür 1400 Stellen abgebaut und die jährlichen Kosten gegenüber 2014 um 1,2 Milliarden Franken gesenkt werden. Gleichzeitig sollen auch 200 neue Stellen geschaffen werden, vor allem bei der Reinigung und beim Zugpersonal. Entlassungen soll es nur wenige bis keine geben.

Für die Gewerkschaft des Verkehrspersonals bedroht das Sparprogramm jedoch die Leistungen der SBB. Es liege auf der Hand, dass die Qualität mit 1400 Stellen weniger, nicht dieselbe bleiben könne.

Kunden zufriedener

Letztes Jahr erreicht die SBB noch die vor vier Jahren angepeilte Kundenzufriedenheit von 75 Punkten. Allerdings wurde das Preis-Leistungsverhältnis von den Kunden kritischer bewertet. Dies zeige die Notwendigkeit, dass sich die SBB weiterhin für "zumindest stabile Preise" einsetze, schreibt der Konzern.

Zufriedener fielen die Kundenbewertungen punkto Sauberkeit und Platzangebot aus. Auch in Sachen Pünktlichkeit bleibt die SBB im europäischen Vergleich vorbildlich. 88,8 Prozent aller Fahrgäste seien mit der SBB pünktlich ans Ziel gekommen - dies sei ein Prozentpunkt mehr als 2015 und der höchste Wert seit fünf Jahren.

SDA-ATS

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