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Der Rohstoffkonzern Glencore ist an seiner ersten Generalversammlung mit scharfer Kritik konfrontiert worden. Hilfswerke, Entwicklungsorganisationen und Politaktivisten warfen dem Multi Korruption, Steuerflucht und Missachtung von Menschen- und Umweltrechten vor.

Vertreter der Arbeitsgruppe Schweiz-Kolumbien, der Erklärung von Bern, von Brot für alle, Fastenopfer und Swissaid zogen an der ersten Glencore-GV vom Mittwoch in Zug eine "ernüchternde Bilanz". Sie forderten als Einzelaktionäre mehr Transparenz und von der politischen Schweiz eine bessere Regulation des Rohstoffsektors.

Dabei gehe es etwa um die Offenlegung der Steuer- und Abgabezahlungen in den Förderländern, sagte der Rohstoff-Experte von Swissaid, Lorenz Kummer, auf Anfrage. In den USA und der EU würde Gesetzen vorbereitet, die eine länderweise Publikation vorschreiben. Andere Bergbaukonzerne wie Rio Tinto erfüllten dies bereits.

Kummer zeigte sich nach der nur 40 Minuten dauernden GV ernüchtert darüber, dass alle Anträge des Verwaltungsrates mit über 99 Prozent angenommen worden seien. Glencore sehe alle Auflagen als erfüllt an, wolle die Entwicklung aber im Auge behalten.

Schärfere Transparenz- und Sorgfaltsstandards für den Sektor fordert auch die NGO-Kampagne "Recht ohne Grenzen", welche anlässlich des Rohstoff-Gipfels "Global Commodities Summit" in Lausanne vergangenen Monat publik gemacht worden war.

Schwere Vorwürfe

Die britische Nichtregierungsorganisation Global Witness publizierte für die GV einen Bericht über das Geschäftsgebaren des Konzerns in Kongo. Demnach soll Kongos Regierung unter Präsident Joseph Kabila Kupfer- und Kobaltminen weit unter Marktwert verkauft haben, viele davon an den Mittelsmann Dan Gertler.

Dadurch könnten Kongos Bevölkerung Einnahmen von über 5 Mrd. Dollar entgangen sein, hiess es. Zudem gebe es Berichte über Kinderarbeit und massive Gewässerverschmutzung. In Kolumbien laufe eine Untersuchung des Rechnungsprüfungshofes, wonach Glencore den Staat bei Bergbau-Lizenzen übervorteilt habe.

Dass Glencore regelmässig für Negativschlagzeilen sorge, sei Folge einer hochriskanten Geschäftsstrategie. So lägen wertmässig über 70 Prozent der Produktionsanlagen im Kongo, in Kolumbien, Kasachstan oder Äquatorialguinea, "also in besonders korruptions- und konfliktreichen Regionen".

Am Rande der GV demonstrierten Aktivisten der JUSO Schweiz mit Transparenten und zwei Vampir-Schauspielern gegen "die Blutsauger von Glencore".

Guter Start

Der Konzern zeigte sich dagegen zufrieden mit dem Start ins Jahr 2012. In den ersten drei Monaten habe sich der Handel in allen Segmenten gut entwickelt. Mit einem Wachstum von 103 Prozent im ersten Quartal legte insbesondere der Markt mit den Agrarprodukten wie Getreide, Zucker und Ölen zu.

Aus der im Februar angekündigten Fusion mit dem britisch-schweizerischen Bergbauunternehmen Xstrata seien vorsteuerliche Synergieeffekte von mindestens 500 Mio. Dollar zu erwarten.

SDA-ATS