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New York/Vancouver - Nach drei Monaten auf See hat ein Schiff mit hunderten tamilischen Flüchtlingen aus Sri Lanka am Freitag Kanada erreicht. Eskortiert von einem kanadischen Marineschiff und Polizeihelikoptern ging der Frachter "MV Sun Sea" in einem Hafen der Insel Vancouver Island im Westen Kanadas vor Anker.
Busse mit getönten Scheiben standen am Hafen bereit, um die 490 Tamilen auf das Festland zu bringen. Das Spital der Stadt Victoria bereitete Quarantäneräume für möglicherweise erkrankte Passagiere des Schiffes vor.
Laut Medienberichten wurden Zelte und Toilettenhäuschen aufgestellt. Nach einer Befragung durch die Einreisebehörde sollten die Tamilen in zwei nahe gelegene Gefängnisse gebracht werden. Es wurde vermutet, dass die Bootsflüchtlinge in Kanada Asyl beantragen wollen.
Am Donnerstagabend (Ortszeit) war das Schiff vor der Küste von Vancouver von der kanadischen Küstenwache aufgebracht worden. Die Ermittler setzten die Flüchtlinge nach Medienberichten an Bord fest.
Monatelange IrrfahrtDas Schiff war zunächst nach Australien aufgebrochen, dort aber abgewiesen worden. Es hatte sich dann auf den Weg nach Kanada gemacht. Das Schiff war seit Mai unterwegs und hatte seitdem die halbe Erde umrundet. Seit vergangenem Monat beobachtete die kanadische Küstenwache den Frachter, in ihren Hoheitsgewässern griff sie dann ein.
Über die Situation an Bord war zunächst wenig bekannt. Angeblich ging die Tuberkulose unter den Flüchtlingen um. Es gab auch unbestätigte Berichte über einen Toten.
Debatte um die AufnahmeUm die Aufnahme der Flüchtlinge entbrannte in Kanada eine heftige Debatte, in der es auch um die Frage ging, ob Kanada ein zu liberales Asylrecht hat. In Kanada lebende Tamilen hatten sich für eine Aufnahme der Flüchtlinge stark gemacht.
Die Sprecherin der kanadischen Tamilen-Organisation, Krisna Saravanamuttu, sagte dem Fernsehsender CBC, die Flüchtlinge würden in Sri Lanka verfolgt und verdienten "Mitgefühl". Sie hätten die "Hölle" durchgemacht, um Sri Lanka verlassen zu können, viele der Menschen an Bord seien noch Kinder.
Kanada demonstriert HärteKanadas Minister für Öffentliche Sicherheit, Vic Toews, kündigte ein hartes Durchgreifen an. "Menschenschmuggel und Menschenhandel sind widerwärtige Verbrechen", sagte er laut "Vancouver Sun".
"Wir wollen eine laute und klare Botschaft an andere Kriminelle senden: Wenn Sie so etwas machen, werden sie die ganze Strenge des Gesetzes erfahren." Das sei auch nötig, um "wahre Flüchtlinge" zu schützen.

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SDA-ATS