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Mithilfe von 256 Elektroden haben Forschende die Hirnaktivität von Probanden im Schlaf überwacht und dabei entdeckt, woran man das Träumen im Gehirn erkennen kann.

CHUV

(sda-ats)

Träume können in verschiedenen Schlafphasen auftreten. Was genau sie ausmacht, ist bisher nicht klar. Nun hat ein internationales Forscherteam mit Lausanner Beteiligung im Gehirn eine Art "Signatur" des Träumens entdeckt.

Träume sind vielleicht die rätselhafteste Form von Bewusstsein. Während einer durchschlafenen Nacht erleben wir wechselnd Phasen ohne Bewusstsein, dann wieder mit einzelnen Gedanken, Bildern oder ganzen Träumen. Wie es zu diesen Wechseln kommt, ist nach wie vor ein Rätsel.

Zwar treten die meisten Träume im sogenannten REM-Schlaf (rapid eye movement) auf, der von hochfrequenter Hirnaktivität geprägt ist. Aber inzwischen weiss man, dass auch im Nicht-REM-Schlaf mit langsamer Hirnaktivität Träume vorkommen. Und in manchen Studien berichten auch aus dem REM-Schlaf geweckte Probanden, sie hätten nicht geträumt.

Um herauszufinden, was Träume in den beiden Schlaf-Stadien ausmacht, hat ein Forscherteam um Francesca Siclari vom Universitätsspital Lausanne (CHUV) mit Kollegen aus Genf, Italien und den USA die Hirnaktivität beim Träumen mittels Elektroenzephalografie (EEG) genauer unter die Lupe genommen. Mit insgesamt 256 Elektroden auf Kopf und Gesicht massen und lokalisierten sie die Aktivität an der Hirnoberfläche von 32 Probanden.

"Heisse Zone"

Die Forschenden weckten die Studienteilnehmer mehrmals pro Nacht, um zu fragen, ob sie geträumt hatten oder nicht. Anschliessend verglichen sie die Hirnaktivität in den Phasen mit Träumen mit jenen ohne Träume. Das Ergebnis: Unabhängig vom Schlaf-Stadium traten Träume dann auf, wenn ein hinterer Bereich des Gehirns - welche die Forschenden als "posterior cortical hot zone" bezeichneten - aktiv war, wie sie im Fachblatt "Nature Neuroscience" berichten.

Das erkläre, warum Träume in beiden Schlafphasen auftreten können, so die Forscher: Wenn diese hintere Hirnregion aktiv ist, träumt die Person, egal wie die Aktivität im Rest des Gehirns aussieht.

In einem zweiten Experiment, bei dem sie die Aktivität des Gehirns in Echtzeit beobachteten, konnten sie auch vorhersagen, ob die Probanden träumten oder nicht. Und das mit einer Genauigkeit von nahezu 90 Prozent.

Schliesslich analysierten sie die Hirnaktivität während des REM-Schlafs genauer in einer Gruppe von sieben Probanden, die geübt waren, detaillierte Beschreibungen ihrer Träume abzugeben. Dabei stellte sich heraus, dass das Gehirn bei Träumen mit Elementen wie Gesichtern oder Sprache besonders in den Regionen aktiv war, die auch im Wachzustand diese Elemente verarbeiten. Das zeige, das Träume die gleichen Hirnareale aktivieren wie unsere Erfahrungen im Wachzustand, schreiben die Forschenden.

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SDA-ATS