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Ein Drittel der Bienen dürfte den Winter nicht überlebt haben. Schätzungen deuten darauf hin, dass allein in der Schweiz rund 70'000 Völker von der Varroamilbe dahingerafft wurden. Obwohl Forscher mit Hochdruck an einem Gegenmittel arbeiten, dürfte ein solches erst in mehreren Jahren zur Verfügung stehen.

"Ich bin überzeugt, dass wir in fünf bis zehn Jahren etwas haben", sagte Peter Gallmann, Leiter des Zentrums für Bienenforschung der Forschungsanstalt Agroscope, am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Nach jahrzehntelangem Kampf gegen die Varroamilbe ohne nachhaltigen Erfolg ist dies zuerst einmal eine gute Nachricht. Doch der Weg ist noch weit. Derzeit verfolgen die Forscher zwei vielversprechende Ansätze, wie Gallmann erklärte: Der erste ist ein Pilz, der die Varroamilbe schädigt. Der andere Ansatz ist ein Mittel, dass die Milbe an der Fortpflanzung hindert.

Laut Gallmann zeigen beide Methoden im Laborexperiment gute Ergebnisse. Die Herausforderung bestehe nun darin, die Wirkstoffe im Bienenstock anzuwenden. Dabei sind die Bienen nicht gerade hilfreich: "Bienen sind sehr hygienische Tiere. Sie putzen immer alles gleich heraus", erklärte Gallmann.

Hartnäckige Milben

So lange keines der Mittel reif für die Anwendung im Feld ist, müssen sich die Imker mit anderen Mitteln gegen die Varroa zur Wehr setzen. Gegen die gängigen Schädlingsbekämpfungsmittel sind die Milben inzwischen resistent.

Die Imker behelfen sich darum mit einem von den Agroscope-Forschern entwickelten Konzept. Als erstes werden im Frühjahr die Waben für die männlichen Bienenlarven aus dem Stock entfernt, weil sich die Milben dort besonders gerne einnisten. Sie werden in dieser natürlichen Falle weggebracht.

Im Sommer, nach der Honigernte, wird der Stock mit Ameisensäure und Thymol eingenebelt, was die Milben abtötet. Im Winter, wenn die Bienen nicht brüten, wird Oxalsäure eingesetzt. Zudem werden regelmässig Jungvölker gebildet, weil diese weniger unter Milbenbefall leiden.

Wetter hilft Milben

Letztes Jahr haben all diese Massnahmen Millionen Bienen nicht retten können. Hauptgrund war laut Gallmann der frühe und warme Frühling. Die Natur sei dem Kalender etwa einen Monat voraus gewesen; die Honigernte habe aber wie in anderen Jahren auch bis Ende Juli gedauert.

SDA-ATS