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So könnte Birgeria americana ausgesehen haben. Unten rechts der in Nevada entdeckte Schädel.

Nadine Bösch

(sda-ats)

Nach dem grössten Massenaussterben der Erdgeschichte vor rund 252 Millionen Jahren entwickelten sich grosse Räuber an der Spitze der Nahrungskette früher als bisher gedacht. Das schliessen Forschende der Uni Zürich aus dem Fund eines fossilen Raubfischs.

Bis zu 90 Prozent der im Meer lebenden Arten verschwand im Zuge des verheerenden Massenaussterbens an der Wende vom Perm zum Trias, vor rund 252 Millionen Jahren. Während sich die weltweite Artenvielfalt im Laufe der folgenden fünf Millionen Jahren in mehreren Phasen erholte, tauchten die ersten Spitzenräuber erst etwas später wieder auf, nämlich vor 247 bis 235 Millionen Jahren. Zumindest gingen Paläontologen bisher davon aus.

Ein Fossilienfund könnte diese Annahme nun widerlegen, schrieb die Universität Zürich in einer Mitteilung vom Mittwoch: Zürcher Paläontologen haben mit US-Kollegen in der Wüste Nevadas die fossilen Überreste eines der frühesten grossen Raubfische des Trias entdeckt. Bei dem Fund handelt es sich um einen 26 Zentimeter langen Schädelrest mit langen Kiefern und bis zu 2 Zentimeter langen, spitzen Zähnen.

Früher Spitzenräuber

Dieser Vertreter der bisher unbekannten Knochenfischart Birgeria americana war etwa 1,8 Meter lang und durchstreifte bereits eine Million Jahre nach dem grossen Massensterben das Meer, das damals Nevada und die angrenzenden US-Bundesstaaten bedeckte, schrieb die Uni Zürich. Das mache ihn zum ältesten bisher bekannten Exemplar der grosswüchsigen Birgeria-Arten, die weltweit existierten. Aus dieser Zeit vor 252 bis 247 Millionen Jahren seien zudem bisher kaum Fossilien von Wirbeltieren bekannt.

"Der überraschende Fund aus dem Elko County im Nordosten Nevadas gehört zu den am komplettesten erhaltenen Wirbeltier-Überresten aus dieser Zeit, die je in den USA entdeckt wurden", sagte Carlo Romano, Erstautor der im Fachblatt "Journal of Paleontology" veröffentlichten Studie.

Wie ein Weisser Hai

Birgeria jagte vermutlich ähnlich wie der heutige Weisse Hai: Er verfolgte Beutefische und packte sie mit den Zähnen, bevor er sie als Ganzes verschlang.

Aus dem Fund schliessen Romano und seine Kollegen, dass sich die durch das Massensterben verkürzte Nahrungskette rascher erholte als man bisher dachte. Demnach existierten Spitzenräuber, die die Nahrungskette dominierten, offenbar bereits in der frühen Trias (vor 252 bis 247 Millionen Jahren).

Das Fossil räumt noch mit einer weiteren These auf: Bisher ging man davon aus, dass die Gebiete um den damaligen Äquator zu warm waren als dass sich Wirbeltiere dort entwickelt konnten. Da sich die Eier von heutigen Knochenfischen bei über 36 Grad nicht normal entwickeln, könnte das damalige Meer doch nicht so warm gewesen sein wie vermutet. "Die Wirbeltierfunde aus Nevada weisen darauf hin, dass bisherige Interpretationen, wie sich vergangene globale Veränderungen und Biodiversitätskrisen entwickelt haben, zu einfach waren", so Romano laut der Mitteilung.

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SDA-ATS