Externer Inhalt

Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.

Die Schuldenberater wollen mit einem Steuerdirektabzug erreichen, dass künftig weniger Personen mit dem Betreibungsamt in Kontakt kommen. (Symbolbild)

KEYSTONE/GAETAN BALLY

(sda-ats)

Die meisten verschuldeten Personen sind gegenüber den Steuerämtern in Zahlungsverzug. Der Verein Schuldenberatung Schweiz fordert nun den automatischen und freiwilligen Direktabzug von Steueranzahlungen vom Lohn.

Die Mitglieder haben eine entsprechende Resolution an den Dachverband verabschiedet, wie es in einer Mitteilung vom Freitag heisst. Der Steuerdirektabzug sei ein geeignetes und einfaches Instrument. "Denn wer die laufenden Steuern monatlich direkt überweist, ist auch bei Arbeitslosigkeit, bei Jobverlust oder Krankheit mit den Steuerzahlungen auf der sicheren Seite."

Die Resolution soll den Dachverband der Schuldenberater bestärken, sich auch für den Direktabzug zu engagieren, wenn in Kantonen Vorstösse vorliegen. Dass dies nicht einfach ist, zeigen Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit.

Schwierige Suche nach Mehrheiten

Im Januar hatte der Luzerner Regierungsrat eine Motion mit der Forderung eines freiwilligen Direktabzugs abgelehnt. Er zweifelte, dass der Eingang der Steuerzahlungen mit einem Abzug der Steuern vom Lohn wirklich verbessert werden kann. Er ging davon aus, dass gerade Menschen in schwierigen finanziellen Verhältnisse gegen einen Abzug seien, um genug Geld für andere Ausgaben zu haben.

Der Direktabzug der Steuern vom Lohn bringe dem Betroffenen keine verfahrensmässige Erleichterung, schrieb der Regierungsrat. Die Arbeitnehmer müssten weiterhin eine Steuererklärung ausfüllen und die Gesamtsumme der zu bezahlenden Raten im Auge behalten.

Offener für die Idee hatte sich der Zürcher Kantonsrat im vergangenen Dezember gezeigt. Eine parlamentarische Initiative, welche diesen Direktabzug fordert, wurde vorläufig unterstützt. Bei der definitiven Beratung, wenn es eine Mehrheit im 180-köpfigen Rat braucht, dürfte das Vorhaben aber wahrscheinlich scheitern. SVP, FDP und CVP sprechen sich klar dagegen aus.

Privatverschuldung steigt

Steuerschulden sind gemäss der Beratungsstelle die häufigsten Schulden von Privatpersonen in der Schweiz. Sie machen auch die höchsten Beträge aus. Vier von fünf Personen, die Hilfe bei Schuldenberatungsstellen suchen, haben Steuerschulden.

Gemäss dem Bundesamt für Statistik (BFS) steigt die Anzahl der Zahlungsaufforderungen seit neun Jahren unaufhörlich an. Mehr als drei Viertel der überschuldeten Haushalte warten über drei Jahre, bis sie Kontakt mit einer Schuldenberatungsstelle aufnehmen. Scheidung, Arbeitslosigkeit und Krankheit sind gemäss der Statistik die Hauptauslöser für die fortschreitende Überschuldung.

Neuer Inhalt

Horizontal Line


subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.

swissinfo DE

Aufruf, der Facebook-Seite von swissinfo.ch beizutreten

Treten Sie unserer Facebook Seite auf Deutsch bei!

SDA-ATS