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Das Ausserrhoder Obergericht hat einen Nacktwanderer schuldig gesprochen. Gemäss Urteil vom Donnerstag machte er sich einer groben Verletzung von Sittlichkeit und Anstand schuldig. In erster Instanz war der 46-Jährige noch freigesprochen worden.

Der Mann stand im Mai 2010 als erster Nacktwanderer in Trogen AR vor Kantonsgericht. Er war im Oktober 2009 "födleblutt" auf einem Wanderweg bei Herisau erwischt worden. Eine Frau zeigte ihn an.

Die Busse von 100 Franken focht der Nacktwanderer an, so dass das Gericht die Sache beurteilen musste. Der Mann wurde freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft zog den Fall ans Ausserrhoder Obergericht weiter.

Urteil korrigiert

Das Obergericht hat am 17. Januar den Freispruch der Vorinstanz aufgehoben und den 46-jährigen Schweizer wegen unanständigen Benehmens zu einer Busse von 100 Franken verurteilt. Ausserdem muss er die Verfahrenskosten von 3330 Franken übernehmen.

Im Gegensatz zur Vorinstanz erachtet das Obergericht die Anwendbarkeit des kantonalen Strafrechts als gegeben. Auch wenn das Sexualstrafrecht durch den Bund abschliessend geregelt sei, gehörten die öffentliche Sittlichkeit und der Anstand als polizeiliche Schutzgüter in die Kompetenz der Kantone.

Das Obergericht schliesst daraus, dass der Kanton Appenzell Ausserrhoden grundsätzlich befugt sei, das Nacktwandern zu bestrafen.

Innerrhoden: Zwei Fälle hängig

In Appenzell Innerrhoden sind zwei laufende Nacktwanderer-Verfahren von 2009 bei der Staatsanwaltschaft hängig. Da die Ordnungsbussen von 200 Franken nicht bezahlt wurden, wurde das ordentliche Verfahren eröffnet. Das heisst laut dem Innerrhoder Staatsanwalt Herbert Brogli: "In absehbarer Zeit werden wir einen Strafbefehl erlassen."

Einer der beiden Nacktwanderer in Innerrhoden hat sich sogar selber angezeigt. "Diese Leute wollen einen Entscheid in Sachen Nacktwandern erzwingen," sagt Brogli auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Deshalb geht er davon aus, dass das Bundesgericht letztlich die Frage des Nacktwanderns klären werde.

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SDA-ATS