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Auf der Weide: Turopolje-Schweine zeigen im Rahmen eines Pilotprojektes von KAGFreiland, ob sie für das Leben auf der Alp geeignet sind.

KAGFreiland

(sda-ats)

Schweine, die auf Alpen naturnah weiden können, sind nicht nur glücklich, sondern haben auch positive Auswirkungen auf den Boden und die Pflanzen. Diese Erfahrung hat die Bio-Organisation KAGFreiland diesen Sommer auf der Alp Selez im Kanton Uri gemacht.

KAGFreiland will mit ihrem Projekt "Alp-Weideschwein" zeigen, wie Schweine auf Alpen artgerecht gehalten werden und welchen Gewinn die intelligenten Tiere zur Wirtschaft und zur Ökologie beitragen können. Wie die Organisation am Dienstag mitteilte, fällt die Zwischenbilanz nach zwei Monaten Alpsommer positiv aus.

Neben Rindern, Ziegen und Schafen hätten in der Vergangenheit auch Schweine auf den Alpen geweidet, teilte KAGFreiland mit. Heute würden die Tiere nur noch vereinzelt auf der Alp gehalten, um die bei der Käseherstellung anfallende Schotte zu verwerten.

Weiden können die meisten Schweine heute auf den Alpen nicht mehr. Die Tiere lebten vorwiegend in Ställen mit Betonauslauf. Sie würden in erster Linie mit Getreidefutter aufs Schlachtgewicht gebracht. Zudem litten die heutigen Rassen unter der Sonne und dem raschen Klimawechsel in den Bergen.

Fürs harte Alpleben gerüstet

Für das Pilotprojekt schickte KAGFreiland im Juni für rund drei Monate 20 Turopolje-Schweine auf die in der Gemeinde Bürglen gelegene Alp Selez. Diese aus Kroatien stammende Rasse ist robust und dank ihrer vielen Borsten gut gegen Kälte, Sonnenbrand und Fliegen geschützt. Die weissgräulichen Tiere mit ihren schwarzen Flecken sind zudem kleiner als die heutigen Mastrassen und verursachen deswegen auf dem Gelände weniger Trittschäden.

Die Schweine mussten sich auf der 3000 Quadratmeter grossen Weide der Alp Selez ihr Futter - Gras, Erika, Beeren, Wurzeln, Insekten- Würmer - weitgehend selbst suchen. Jedes Tier erhielt zudem pro Tag eine Brotration von 150 Gramm.

Im ersten Monat legten die Tiere maximal 130 Gramm pro Tag an Gewicht zu. Dies sei weniger als erhofft, teilte KAGFreiland mit. Die Organisation führt dies auf die magere Fütterung und die viele Bewegung der Tiere zurück. Nach der Alpung werden die Tiere in Talbetrieben auf das anvisierte Schlachtgewicht von 80 bis 90 Kilogramm ausgemästet.

Detaillierte Auswertungen Folgen

Auf den Boden und die Pflanzen haben die Weideschweine gemäss KAGFreiland aber positive Auswirkungen. Dank des grosszügigen Areals hielten sich die Wühlstellen in erfreulichen Grenzen, heisst es in der Mitteilung. Weil die Schweine Wurzeln der Alpenrosen gegessen hätten, sei deren Ausbreitung wie erhofft biologisch bekämpft worden.

Welche Folgen die Weidehaltung auf das Gelände hatte, soll nach der Sömmerung durch die Auswertung von Luftaufnahmen herausgefunden werden. Die Schweine werden nach der Schlachtung untersucht. KAGFreiland will wissen, wie sich die naturnahen Lebensbedingungen auf das Fleisch und die Knochen der Tiere ausgewirkt haben.

KAGFreiland ist überzeugt, dass ihre Alpschweine zu den wenigen glücklichen Schweinen in der Schweiz gehören. Auslauf auf die Weide, Wühlmöglichkeiten, artgerechtes Futter und frische Luft seien für Schweine die Ausnahme. Viele Schweine in der Schweiz seien in ihrem Verhalten gestört, hätten wegen der einseitigen Zucht Skelettschäden und seien anfällig für Stress.

Die Nutztierschutz-Organisation verbindet ihr Alp-Weideschwein-Projekt deswegen mit der Forderung, dass die gesetzlichen Mindeststandards angehoben werden. Die Mastschweine müssten heute in der Regel ein Leben führen, das den intelligenten und neugierigen Tieren nicht gerecht werde.

Ob und wie das Alp-Weideschwein-Projekt fortgeführt wird, entscheidet KAGFreiland im Frühling 2018.

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SDA-ATS