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Bei der Bekämpfung der weltweiten Armut hat die Entwicklungshilfe in den vergangenen Jahren in Konfliktregionen die kleinsten Fortschritte erzielt. Die Schweiz verstärkt deshalb ihr Engagement in Regionen wie dem Horn von Afrika und Ländern wie Afghanistan.

In Ländern mit Konflikten sei bislang keines der Entwicklungsziele erreicht worden, auf die sich die internationale Staatengemeinschaft am UNO-Millenniumsgipfel 2000 in New York geeinigt hatte, sagte Michael Gerber von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) vor den Medien in Bern.

Deshalb erhöhe die Schweiz in den kommenden Jahren ihre Entwicklungsaktivitäten in diesen Regionen. Gerber ist vom Bundesrat zum Sonderbeauftragten für nachhaltige Entwicklung ernannt worden.

Zudem erweitert die Schweiz wegen zunehmend globaler Herausforderungen den Wirkungsradius ihrer Entwicklungszusammenarbeit über die Landesgrenzen hinaus.

Gerber nannte den Nahen Osten mit den Ländern Irak, Jordanien, Libanon, Syrien und der Türkei als Beispiel. Dort verknüpfe die Schweiz seit vier Jahren erfolgreich die Friedensförderung mit der nachhaltigen Bewirtschaftung grenzüberschreitender Wasservorkommen.

Ferner will die Schweiz die Zusammenarbeit zwischen der Entwicklungshilfe und dem privaten Sektor fördern. Eine funktionierende Partnerschaft sei wichtig für die Wirksamkeit der internationalen Zusammenarbeit. Dies zeige sich im Rahmen eines Projekts der Schweiz in Asien, wo Reisbauern mit einer Mikroversicherung gegen Ernteausfälle versichert sind.

Nachhaltige Entwicklung

Weltweit gab es in den 12 Jahren seit der Proklamation der UNO-Millenniumsziele viele Fortschritte, wie Gerber erläuterte. Die Armut, gemessen an einem Einkommen unter 1,25 Dollar pro Tag, halbierte sich sich verglichen zum Stand von 1990. Heute werden gleich viele Mädchen wie Knaben eingeschult.

Und Milliarden Menschen haben seit 2000 Zugang zu sauberem Trinkwasser erhalten. Es bleibe jedoch noch viel zu tun, um die Millenniumsziele zu erreichen, deren Frist 2015 abläuft, sagte Gerber. Noch immer leiden fast eine Milliarde Menschen an Hunger. Die soziale Ungleichheit nahm in fast allen Ländern zu.

Für die Zeit nach 2015 soll eine neue Entwicklungs- und Nachhaltigkeitsagenda die Richtung vorgeben. Darauf hatte sich die Staatengeneinschaft an der UNO-Konferenz in Rio im Juni 2012 verständigt. Die Schweiz ist laut der DEZA aktiv an der Suche von Entwicklungs- und Nachhaltigkeitszielen beteiligt.

Schweiz auf Rang zehn

Die Schweiz hat 2012 für die öffentliche Entwicklungshilfe 2833 Millionen Franken aufgewendet. Dies entspricht einer Zunahme von 4,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Im internationalen Vergleich belegte die Schweiz 2012 mit einem Anteil der öffentlichen Entwicklungshilfe von 0,45 Prozent am Bruttonationaleinkommen den zehnten Rang unter den 24 Mitgliedsländern des Entwicklungshilfeausschusses der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

Weltweit sanken nach Angaben der OECD vom Mittwoch die öffentlichen Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit 2012 inflationsbereinigt um 4 Prozent. Schon 2011 lagen sie 2 Prozent unter jenen vom Vorjahr. In vielen Ländern führten die Sparbemühungen im Rahmen der Finanz- und Eurokrise zu gekürzten Ausgaben für Entwicklungsländer.

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SDA-ATS