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Die Schweiz will Burma mit einem Entwicklungsprogramm von 25 Millionen Franken pro Jahr unterstützen. Das sagte Bundesrat Didier Burkhalter am Donnerstag in Bern an einer gemeinsamen Konferenz mit der burmesischen Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi.

Das Geld soll vor allem für die Berufsbildung, die Minenräumung und die Gesundheitsversorgung eingesetzt werden.

"Die Schweiz will Burma unterstützen", sagte Burkhalter. Sie begrüsse die Öffnung des Landes und werde den Übergang zur Demokratie fördern. Im November werde die Schweiz eine Botschaft in dem Land eröffnen.

Die Hoffnungen der Bevölkerung in Burma sowie der ganzen Welt seien gross, sagte der Aussenminister. Der Reformprozess werde aber lange dauern.

Die Schweiz erwarte, dass Burma alle politischen Gefangenen frei lasse, Massnahmen zur Stärkung der Menschenrechte und der Demokratie ergreife sowie die Zwangsarbeit bis 2015 vollständig abschaffe.

Enge Zusammenarbeit

Aung San Suu Kyi begrüsste eine enge Zusammenarbeit mit der Schweiz im Demokratisierungsprozess. Wichtig sei für ihr Land auch, die ethnischen Konflikte zu lösen.

"Wir brauchen vor allem auch ein Berufsbildung für die Jugend", sagte sie, denn die Arbeitslosigkeit sei gross. Und in den vergangenen zwei Jahrzehnten sei das Ausbildungssystem sehr schwach gewesen. "Ich bin sehr beeindruckt vom Schweizer Berufsbildungsmodell." Nach Angaben der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) liegt die Jugendarbeitslosigkeit in Burma bei 70 Prozent.

Suu Kyi war sichtlich geschwächt. Bereits zu Beginn sagte sie, sie sei nicht mehr an die Zeitverschiebung gewöhnt, da sie lange nicht mehr gereist sei. Die Pressekonferenz musste schliesslich wegen eines Schwächeanfalls abgebrochen werden. Das geplante Dinner mit Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf, Aussenminister Burkhalter und Justizministerin Simonetta Sommaruga wurde abgesagt.

Empfang mit stehender Ovation

Am Vormittag hatte Suu Kyi an der UNO in Genf Investoren und Regierungen aufgerufen, die wirtschaftliche Entwicklung in Burma zu unterstützen. Es brauche eine Reihe von Reformen.

Suu Kyi wurde an der Jahressitzung der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) mit einer langen stehenden Ovation der 4000 Delegierten aus 185 Ländern begrüsst. Die Friedensnobelpreisträgerin, die oft mit Nelson Mandela verglichen wurde, erklärte sich zutiefst gerührt über den warmen Empfang.

Die Friedensnobelpreisträgerin hatte am Mittwoch ihre Europareise durch die Schweiz, Norwegen, Irland, Frankreich und Grossbritannien begonnen. Während der früheren Militärdiktatur in ihrem Heimatland stand sie 15 Jahre unter Hausarrest. Sie kam im November 2010 frei und gewann im April dieses Jahres bei Nachwahlen einen Sitz im Parlament.

SDA-ATS