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Ein Schweizer Ärzteteam hat laut dem arabischen Fernsehsender Al-Dschasira Hinweise auf eine Vergiftung des verstorbenen Palästinenserführers Jassir Arafat mit Polonium gefunden. Das Gutachten stütze die Hypothese einer Vergiftung mit dem radioaktiven Element.

Das Sender veröffentlichte den umfangreichen forensischen Bericht am Mittwoch auf seiner Webseite. Der langjährige PLO-Vorsitzende war im November 2004 in einem Militärspital bei Paris im Alter von 75 Jahren verstorben.

Die Proben, die bei einer Exhumierung von Arafats Leiche vor knapp einem Jahr entnommen worden waren, enthielten 18-mal mehr Polonium als normal, berichtete Al-Dschasira.

Zusammenfassend heisst es in dem englischsprachigen Bericht des Universitätsspitals Lausanne (CHUV), die Ergebnisse würden die These "mässig stützen" (moderatedly support), wonach Arafats Tod die Folge einer Vergiftung mit Polonium-210 gewesen sei.

Laut dem Bericht ist "mässig stützen" die zweithöchste Bestätigung einer These. Arafats Witwe Suha sprach vom "Verbrechen des Jahrhunderts". Das CHUV war auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Bei der Exhumierung hatten Experten aus der Schweiz, Frankreich und Russland Proben entnommen. Die Schweizer Experten hatten ihr Ergebnis der Palästinensischen Autonomiebehörde in Ramallah am Dienstag vorgelegt.

Die Ergebnisse sollten aber erst veröffentlicht werden, wenn auch das französische Gutachten vorliege, hiess es. Dieses steht noch aus. Die russischen Experten waren vor einigen Wochen zum Schluss gekommen, Arafat könne nicht mit Polonium vergiftet worden sein.

SDA-ATS