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Der Nidwaldner Künstler und Geschichtenerzähler Hans Peter Litscher spürt seit Donnerstag am Donaufestival im österreichischen Krems dem vermeintlichen Transgender-Pionier und Crossdresser Otto Retter nach. Als überzeugender Münchhausen stellt Litscher eine unglaubliche Lebensgeschichte dar.

Es sei an der Zeit gewesen, Otto Retter - diesen grossen Sohn Krems' - zu würdigen: Im Pavillon des Stadtparks erinnert eine Gedenktafel sowie eine Installation aus zwei Flügeln und mehreren Videos an das Konzert Retters mit Liberace im Sommer 1980, wenige Meter weiter präsentiert sich ein Betonhäuschen als porträthaftes Gruselkabinett.

Schliesslich wendet sich die "Kremser Transgender-Prozession", die Litscher bis Ende des Festivals am 4. Mai drei Mal täglich anführt, dem Parkhotel zu - dem zentralen Schauplatz dieser Performance.

Im Frühstücksraum wurde ein kleines Museum eingerichtet, in dem man Devotionalien von Liberace, dem Papstsprecher Federico Lombardi oder Fellini begegnet, wo man akustisch mit Musicalklängen und Songs von Antony Hegarty beschallt wird und in unzähligen Vitrinen der Einfluss' Retters auf Gott und die Welt dargelegt wird.

Mysterien Beethovens

Da muss Andy Warhol ebenso herhalten wie Franz West, während eine Aktie des "Disneylands der Transvestiten" in Paris, "Magic City", als unbezahlbares Ausstellungsstück von Litscher gepriesen wird.

Es entfaltet sich letztlich ein buntes Kaleidoskop, das Hermaphroditen, Crossdressing und die Mysterien Beethovens einbezieht, zum Ausblick auf ein Vordach des Hotels lädt, und in Retters bevorzugtem Zimmer 318 seinen Höhepunkt findet.

Unterhaltsamer Spuk

Mitunter wähnt man sich in Stanley Kubricks "Shining"-Hotel, gemächlich auf mit Teppich ausgelegten Fluren schlendernd, während Litscher immer wieder sein Publikum fixiert, herausfordert und verschmitzt zur nächsten Station führt.

Nach einer Stunde hat der unterhaltsame Spuk ein Ende, wird man mit dem Transgender-Jodler entlassen und betritt wieder den Vorplatz des Hotels. Ein flüchtiger Blick über die Schulter und ein zufrieden blickender Künstler machen aber klar: "Crossdresser live longer than anybody else." Und sei es nur in der Fantasie.

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SDA-ATS