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Den Schweizer Ruderern ist nach dem starken Saisonstart auch bei den Europameisterschaften von Freitag bis Sonntag im tschechischen Racice einiges zuzutrauen. Das Ziel ist mindestens ein Podestplatz.

Von den letzten vier Europameisterschaften sind die Schweizer stets mit Medaillen heimgekehrt. Insgesamt gab es vier Gold-, eine Silber- und zwei Bronzemedaillen. An sämtlichen vier Titelgewinnen waren Simon Niepmann und Lucas Tramèr beteiligt, die im vergangenen Jahr zusammen mit Mario Gyr und Simon Schürch den Olympiasieg im Leichtgewichts-Vierer feierten. Allerdings machen die vier Topruderer derzeit eine Pause. Es ist offen, wie und ob sie ihre Karriere fortsetzen.

Dennoch wäre es eine Enttäuschung, wenn die Serie an EM-Podestplätzen nicht weitergeführt werden könnte, umso mehr, als die Schweizer beim Weltcup-Auftakt in Belgrad mit drei Siegen und zwei 2. Plätzen ein Ausrufezeichen setzten. Die eher defensiv formulierten Ziele des Verbandes für Racice sind fünf Top-Ten-Plätze, davon zwei Boote im A-Final und eine Medaille.

Zwei Medaillenchancen in olympischen Disziplinen

Die Chancen stehen gut, dass die Schweizer auch in zwei olympischen Disziplinen vorne mitmischen. Nico Stahlberg zeichnete in Belgrad für den ersten Schweizer Weltcup-Sieg im Skiff seit Xeno Müller im Jahr 2001 verantwortlich. Dabei liess der 25-jährige Thurgauer keinen Geringeren als den kroatischen Olympia-Zweiten Damir Martin hinter sich. "Ich habe von diesem Rennen sehr viel gelernt", sagte Stahlberg. In Tschechien ist neben Titelverteidiger Martin auch der Olympia-Dritten Ondrej Synek am Start, der in seiner Heimat besonders motiviert sein dürfte.

Medaillenambitionen hegen auch Roman Röösli und Barnabé Delarze im Doppelzweier. Das Duo, das an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro zusammen mit Stahlberg und dem pausierenden Augustin Maillefer im Doppelvierer gerudert war, musste sich beim Weltcup-Auftakt lediglich um 67 Hundertstelsekunden den Olympia-Zweiten Mindaugas Griskonis und Saulius Ritter aus Litauen geschlagen geben. Diese Leistung gewinnt noch an Wert, als Röösli und Delarze zuvor bloss drei Wochen gemeinsam trainiert haben.

Patricia Merz startet als Favoritin

In der nicht-olympischen Disziplin Leichtgewichts-Einer steigt Patrica Merz als Favoritin in den Wettkampf. Die 23-jährige Zugerin distanzierte ihre Gegnerinnen in Belgrad um 3,94 Sekunden und mehr. Die erste Herausforderin dürfte die schwedische WM-Zweite Emma Fredh sein. In der gleichen Kategorie ist bei den Männern mit Michael Schmid zu rechnen. Der 29-jährige Luzerner, Zweiter beim Weltcup-Auftakt, strebt seinen zweiten EM-Podestplatz nach Bronze 2014 an. Die Konkurrenz ist allerdings gross.

Mit Skifferin Jeannine Gmelin hätte die Schweiz ein weiteres heisses Eisen im Feuer gehabt. Die Olympia-Fünfte aus Uster fehlt aber wegen einer Rippenverletzung, wobei der Genesungsprozess gut verläuft. Insgesamt sind in Racice neun Schweizer Boote am Start, für sieben Athletinnen und Athleten ist es eine Premiere bei internationalen Titelkämpfen auf Elite-Stufe.

SDA-ATS

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