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Den Schweizer Skispringern winkt die Chance, der bislang missratenen Saison bei der WM in Lahti doch noch einen positiven Anstrich zu geben. Ein Sprung in die Top Ten wäre bereits ein grosser Erfolg.

Schon vor drei Monaten kam Simon Ammann erstmals in diesem Winter auf das Thema Lahti zu sprechen. "Ich bin froh, dass auch ich noch eine WM in Finnland bestreiten darf", sagte der 35-Jährige mit einem Augenzwinkern. "2001 hatte ich die Qualifikation verpasst. Ich habe eine Rechnung offen", fügte er unmittelbar vor dem Abflug zur Saisoneröffnung nach Kuusamo hinzu. Dass er sich nun derart in der Defensive befinden würde, ahnte er damals nicht. Neben dem Telemark öffnete sich mit der fehlenden Weite ein zweites Problemfeld.

Zwar hat der Toggenburger 16 Jahre später den Sprung ins WM-Team locker geschafft. Aber bereits bei den nächsten Hürden mit dem Überstehen der Qualifikation und des ersten Durchgangs gab es diesen Winter mehrere Rückschläge. Ammann sah sich sogar gezwungen, die Notbremse zu ziehen. Er vollzog einen Abstecher in den Continental-Cup, "um vom normalen Muster wegzukommen. Die Skipendler in der ersten Flugphase sind nun weg, es ist mehr Ruhe drin", sagte er in Lahti. "Aber der zweite Teil ist nach wie vor eine Baustelle."

Den Beweis dafür, dass er womöglich Schritt für Schritt den Weg aus dem Tief findet, lieferte er vor zwei Wochen in Sapporo. Ein 11. und 14. Rang gaben ihm Auftrieb. "Ich spürte vor diesen Wettkämpfen, dass jetzt mal was kommen muss."

Gregor Deschwanden, die Nummer 2 im Team, fühlt sich in Lahti nicht unter Druck, obwohl es mit seinem Selbstvertrauen nach nur einer Top-30-Klassierung in diesem Winter nicht zum Besten steht. "Hier bietet sich mir die Chance zu zeigen, dass ich doch nicht falsch trainiert habe", betonte er. Er habe in letzter Zeit wieder eine Konstanz in den Absprung gebracht. Dies erlaube es ihm, besser an anderen technischen Details zu arbeiten. "Im Dezember und Januar wusste ich nicht, was ich machen muss, um in die Top 30 zu springen. Jetzt ist wieder Land in Sicht", umschrieb der Luzerner seine Situation.

Kraft in der Pole-Position

Acht verschiedene Springer feierten in den 21 Weltcupspringen dieses Winters mindestens einen Sieg. Dies zeigt, dass der Favoritenkreis mit grossem Radius gezogen werden muss - zumal auch noch der Wind an der Hierarchie rütteln kann. Gleichwohl sticht mit Stefan Kraft ein Favorit heraus. Der Österreicher stand zuletzt sieben Mal in Serie auf dem Podest, er ist also ein Muster an Beständigkeit.

Für Gold braucht es nicht nur Beständigkeit, sondern den Exploit im richtigen Moment. Dieser wird Kamil Stoch jederzeit zugetraut. Der Doppel-Olympiasieger aus Polen wurde auch schon Einzel-Weltmeister (2013), Sieger im Gesamtweltcup und Erster in der Wertung der Vierschanzentournee. Von den fünf Monumenten im Skispringen fehlt ihm nur noch der Weltmeister-Titel im Skifliegen. Der 29-jährige Stoch war vergangenen Winter in der Versenkung verschwunden, nun ist er wieder da. Wenn der Leader des starken polnischen Teams Lahti mit drei Medaillen verlassen würde, wäre dies keine Überraschung.

Auf einer Erfolgswelle reitet auch Andreas Wellinger. Nach einer verpatzten Vierschanzentournee flog der Deutsche seit Mitte Januar achtmal auf das Weltcup-Podium, inklusive eines Sieges in Willingen. Vielleicht macht er den Ausfall von Severin Freund vollends vergessen.

Ein starkes Team stellen die Slowenen. Allerdings macht es nicht den Anschein, als ob sie derzeit einen Siegspringer in ihren Reihen hätten: Domen Prevc hat seinen Schwung, der ihm in den ersten sieben Wettkämpfen vier Siege eintrug, verloren. Peter Prevc fehlt die Dominanz des vergangenen Winters, Jurij Tepes ist eher ein "Flieger-Typ" für die ganz grossen Bakken. Da wird eher dem Norweger Daniel-André Tande oder dem Polen Maciej Kot der Coup zugetraut. Der zurückgetretene Norweger Rune Velta verteidigt seinen Titel auf der Normalschanze nicht.

Die Qualifikation findet heute Freitag (13.30 Uhr) statt, das WM-Springen von der Normalschanze am Samstag (16.30 Uhr).

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SDA-ATS