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Um die Auslieferung von Wikileaks-Gründer Julian Assange von Grossbritannien nach Schweden ist eine Justizschlacht entbrannt. Seine Verteidigung warf der schwedischen Justiz am Dienstag Parteilichkeit vor. Aber auch die Gegenseite legte nach.

"Bei Herrn Assange besteht ganz offensichtlich Fluchtgefahr und es kann nicht als Überreaktion betrachtet werden, ihn festzusetzen", sagte Clare Montgomery, die in dem Verfahren als britische Staatsanwältin die Interessen der schwedischen Justiz vertritt.

Der frühere schwedische Staatsanwalt Sven-Erik Alhem hält die Auslieferung von Assange nach Schweden dagegen nicht für nötig. Der 39-Jährige könne genauso gut per Videoschaltung in Grossbritannien verhört werden, sagte Alhem vor Gericht in London: Er verstehe nicht, "warum das nicht gehen soll".

Langes Verfahren erwartet

Die Göteborger Staatsanwältin Marianne Ny wirft Assange vor, im August in Stockholm zwei Frauen sexuell belästigt und eine von ihnen vergewaltigt zu haben. Dabei geht es um die Frage, ob Assange gegen den Willen der Frauen und mit Gewalt durchgesetzt hat, dass der grundsätzlich einvernehmliche Sex ungeschützt erfolgte.

Das zuständige britische Gericht vertagte am Dienstag die Entscheidung über eine Auslieferung von Assange an Schweden. Die Anhörung solle am Freitag fortgesetzt werden, teilte Richter Howard Riddle am Dienstag mit. Die angesetzten zwei Tage hätten nicht ausgereicht, um das Verfahren abzuschliessen.

Unabhängig vom Ausgang wird ohnehin damit gerechnet, dass die unterlegene Seite Berufung einlegt, so dass sich der endgültige Entscheid noch Wochen oder sogar Monate hinziehen könnte.

Straflager und Todesstrafe?

Assange wird in dem Prozess von einem ganzen Stab von Anwälten aus Grossbritannien, Australien und Schweden vertreten. Es sei augenscheinlich, dass die beiden Frauen, die sich als Opfer von Assange ausgäben, etwas im Schilde geführt hätten.

Die von der Assange-Verteidigung vorgebrachte Befürchtung, ihr Mandant könnte im Falle einer Auslieferung nach Schweden später in die USA weiter geschoben werden, wo ihm Straflager und Todesstrafe drohten, hielt am Dienstag selbst der schwedische Ex-Staatsanwalt Alhem - von der Verteidigung aufgeboten - für überzogen.

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SDA-ATS