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Erdbeben: Viele Menschen sind nach einem starken Erdbeben im Süden Mexikos sogar in der Hauptstadt Mexiko-Stadt auf die Strassen gegangen, weil sie die Erschütterungen spüren konnten.

KEYSTONE/EPA EFE/ALEX CRUZ

(sda-ats)

Ein schweres Erdbeben hat den Süden Mexikos erschüttert. Das Zentrum des Bebens der Stärke 7,2 lag knapp zehn Kilometer südlich der Stadt Pinotepa Nacional im Bundesstaat Oaxaca, wie die mexikanische Erdbebenwarte am Freitagabend (Ortszeit) mitteilte.

In der mexikanischen Hauptstadt gerieten Gebäude ins Wanken, Anwohner liefen in Panik auf die Strasse. Laut dem Erdbebenwarnsystem Sky Alert waren die Erschütterungen auch in den Bundesstaaten Guerrero, Michoacán und Puebla zu spüren.

Mexiko-Stadt funktioniere normal, es gebe nur kleinere Schäden, sagte Bürgermeister Miguel Ángel Mancera. Nach derzeitigem Kenntnisstand gebe es keine Toten oder Verletzten, erklärte die Regierung zunächst.

Auch der Leiter des Zivilschutzes, Luis Felipe Puente, sagte, Berichte über Opfer oder Schäden lagen nur vereinzelt vor. Die Prüfung durch den Katastrophenschutz in den Bundesstaaten Oaxaca, Chiapas, Michoacán, Puebla und in Mexiko-Stadt dauere an. Mit einem Tsunami sei nicht zu rechnen, schrieb Puente auf Twitter. In den Stunden nach dem Erdstoss wurden 150 Nachbeben registriert. Das schwerste hatte eine Stärke von 5,9.

Nahe dem Zentrum in Oaxaca wurden einige Schäden an Gebäuden gemeldet. "Alle Leute sind auf die Strasse gerannt. Es gab Alarm, Panik, Angst", sagte Roxana Hernández in der Stadt Juchitán. Einige Spitäler wurden evakuiert. Die Marine flog Aufklärungsflüge und suchte aus der Luft nach Schäden.

Glimpflich ausgegangen

Todesopfer oder Verletzte wurden allerdings nicht gemeldet. In fast einer Million Haushalten fiel vorübergehend der Strom aus.

Auch in der Hauptstadt Mexiko-Stadt war das Beben deutlich zu spüren. Nachdem die Sirene des Erdbebenwarnsystems ertönt war, verliessen zahlreiche Menschen die Gebäude und versammelten sich unter freiem Himmel.

"Wir sind rausgerannt, das ist einzige, was wir tun können", sagte Kevin Valladolid aus dem Stadtteil Roma. "Wir leben in ständiger Angst", sagte eine Bewohnerin im Norden der Stadt. "Wir kamen kaum die Treppen runter", sagte die 72-jährige Graciela Esclalante. "Wir dachten, dass alles wieder einstürzt."

Fernsehbilder zeigten Tausende von Menschen auf den Strassen des Stadtzentrums, wo das chinesische Neujahrsfest gefeiert wurde. Helikopter kreisten über der Millionenmetropole, um allfällige Schäden zu orten.

Tote bei Helikopterabsturz

Zu einem tödlichen Unfall kam es, als Innenminister Alfonso Navarrete Prida mit einem Helikopter in Oaxaca einflog, um sich ein Bild von der Lage zu verschaffen: Der Pilot verlor kurz vor der Landung die Kontrolle, der Helikopter stürzte auf den letzten Metern ab.

Dabei kamen 13 Menschen, die offenbar am Boden die Ankunft des Ministers erwartet hatten, ums Leben, wie die örtliche Generalstaatsanwaltschaft am Samstag mitteilte. Unter den Toten waren auch drei Kinder. 15 weitere Menschen wurden verletzt.

Innenminister Navarrete und Oaxacas Gouverneur Alejandro Murat blieben bei dem Unglück nahe der Ortschaft Santiago Jamiltepec unverletzt. "Ich bedaure zutiefst den Tod der Menschen, die an der Stelle waren, an der der Hubschrauber der Streitkräfte abgestürzt ist", schrieb Navarrete auf Twitter.

Ungute Erinnerungen

Der Erdstoss weckte Erinnerungen an zwei verheerende Beben im September, bei denen hunderte Menschen gestorben waren. Anfang September waren bei einem Erdbeben in Südmexiko 96 Menschen ums Leben gekommen.

Knapp zwei Wochen später ereignete sich eine weitere Katastrophe im Zentrum des Landes. Bei dem Erdbeben am 19. September starben 369 Menschen.

In Mexiko ereignen sich immer wieder heftige Beben. Die gesamte Westküste des amerikanischen Doppelkontinents liegt am sogenannten Pazifischen Feuerring, der für seine seismische Aktivität bekannt ist.

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SDA-ATS