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Eingestürzte Mauern in der Stadt Plomari auf Lesbos nach einem Erdbeben.

KEYSTONE/AP InTime News/MANOLIS LAGOUTARIS

(sda-ats)

Ein starkes Erdbeben hat am Montag die Westküste der Türkei und die griechischen Ägäis-Inseln erschüttert. Dabei starb mindestens ein Mensch, und zehn weitere wurden verletzt. Nach Angaben des Helmholtz-Zentrums in Potsdam hatte das Beben eine Stärke von 6,4.

Das Zentrum des Seebebens lag etwa zehn Kilometer unter dem Meeresboden der Ägäis zwischen der griechischen Insel Lesbos und der türkischen Küstenmetropole Izmir. Die Stösse waren noch in der rund 330 Kilometer entfernten türkischen Millionenmetropole Istanbul und in der etwa 300 Kilometer entfernten griechischen Hauptstadt Athen zu spüren.

Es kam zu einem kleinen Tsunami, der aber keine Schäden anrichtete, wie der Chef des griechischen Geodynamischen Instituts, Efthymios Lekkas, im Staatsradio berichtete.

In der Ortschaft Plomari auf Lesbos wurden mehrere Häuser schwer beschädigt, wie Augenzeugen im Fernsehen berichteten. "Die Menschen sind fast alle auf die Strasse gerannt."

Zahlreiche Strassen seien unpassierbar nach Erdrutschen, teilte der griechische Verkehrsminister Christos Spirtzis mit. Hotels wurden nach Behördenangaben allerdings nicht beschädigt. Die Lage beruhigte sich am Montagnachmittag.

Seismologen rieten den Menschen, deren Häuser beschädigt wurden, im Freien zu bleiben. Es bestehe Gefahr, dass diese während eines Nachbebens einstürzen. Der Zivildienst sollte am Abend Zelte in den betroffenen Regionen rund um die Ortschaft Plomari aufschlagen.

"So einen Stoss habe ich noch nie erlebt"

Der Gouverneur der türkischen Provinz Izmir, Erol Ayyildiz, sagte der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu, nach ersten Erkenntnissen gebe es weder Opfer noch Schäden zu beklagen. Das Hauptbeben ereignete sich vor der Küste des Bezirks Karaburun.

Bezirksbürgermeister Muhammet Özyüksel sagte dem Nachrichtensender CNN Türk, das Beben habe etwa 15 bis 20 Sekunden gedauert und sei sehr stark gewesen. "So einen Stoss habe ich noch nie erlebt. Ich habe gedacht, das Gebäude stürzt ein", sagte er mit Blick auf die Bezirksverwaltung.

CNN Türk berichtete, in Karaburun seien nach dem ersten Beben drei Nachbeben mit einer Stärke von bis zu 4,9 verzeichnet worden. Auch an der türkischen Ägäis-Küste berichteten Augenzeugen, Menschen seien in Panik auf die Strassen gerannt.

Erdbebengebiet

Im europäischen Raum kommen die meisten Erdbeben in Griechenland, in den südlichen Teilen des Balkans sowie im Westen der Türkei vor. Auch Italien und der westliche Balkan sind besonders betroffen.

Der grösste Teil der schweren europäischen Beben ereignet sich nahe den Rändern von Afrikanischer und Europäischer Platte. Dort kann es zu Spannungen kommen, die zu Beben führen.

SDA-ATS

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