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Schwulen-Umzug und massive Gegen-Demo in Vilnius

Dieser Inhalt wurde am 08. Mai 2010 - 20:34 publiziert
(Keystone-SDA)

Vilnius/Stockholm - Die litauische Polizei hat eine Demonstration gegen eine Homosexuellen-Parade in der Hauptstadt Vilnius mit Tränengas aufgelöst. Am Ende des Marsches "Baltic Pride 2010" attackierten rund 2000 Gegendemonstranten mit Steinen, Flaschen und Knallkörpern die Teilnehmer.
Die mit fast tausend Beamten präsente Polizei trennte die Gruppen beiderseits der durch Vilnius fliessenden Neris. 19 Demonstranten wurden laut Polizei festgenommen.
Der Umzug "Baltic Pride" war Mitte der Woche zeitweilig verboten worden, weil ein Verwaltungsgericht "Störungen der öffentlichen Ordnung" befürchtete. Ausserdem könnten die Behörden die Sicherheit der Teilnehmer nicht garantieren, hiess es weiter. Erst heftige internationale Proteste und ein höchstrichterlicher Spruch brachten schliesslich grünes Licht.
Die Veranstalter des Schwulen-Marsches erklärten, sie wollten mehr Aufmerksamkeit auf die Unterdrückung von Homo-, Trans- und Bisexuellen in Litauen lenken. Gleichzeitig riefen Gegendemonstranten Parolen wie "Tod den Schwulen" und "Litauen den Litauern."
Neonazis und Rocker hatten vorab tätliche Angriffe gegen den ersten Umzug dieser Art im katholischen Litauen angekündigt. Litauen hatte unter anderem durch ein gesetzliches Verbot zur "positiven Darstellung" von Homosexualität an Schulen heftige internationale Kritik ausgelöst.

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