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Selina Büchel gewinnt an den Hallen-Europameisterschaften in Belgrad die Goldmedaille über 800 m. Die Titelverteidigerin läuft in 2:00,38 Minuten Schweizer Rekord.

Die 25-jährige St. Gallerin setzte sich gleich zu Beginn an die Spitze und liess sich von dieser Position nicht mehr verdrängen - auch unter Einsatz des Ellbogens. Die kräftige Britin Shelayna Oskan-Clarke versuchte zweimal erfolglos aussen zu überholen. Auf der Zielgeraden waren die beiden Kontrahentinnen gleichauf. Erst nach Konsultation des Zielfilms durch die Offiziellen konnte die Schweizerin jubeln.

Büchel tilgte den Schweizer Rekord aus dem Jahr 1997 von Regula Zürcher. Die Siegerin von Belgrad hatte in diesem Jahr bereits eine Zeit von 2:00,18 gelaufen, allerdings in einem gemischten Feld.

Die erfolgreiche Titelverteidigung ihrer Goldmedaille aus Prag ist für Büchel eine Genugtuung. An der Freiluft-EM 2016 in Amsterdam war sie Vierte geworden, an der WM 2015 und den Olympischen Spielen 2016 hatte sie den Finaleinzug jeweils knapp verpasst.

Vor Büchel war es einzig Markus Ryffel im Jahr 1979 über 3000 m gelungen, den Titel an Hallen-Europameisterschaften erfolgreich zu verteidigen. "Es wäre ein Rückschritt gewesen, wenn die Medaille eine andere Farbe gehabt hätte", so die Ostschweizerin, die seit vergangenem Mai Profi ist.

Büchel hatte für den Final bewusst eine offensive Taktik gewählt, nachdem sie im Halbfinal von Oskan-Clarke aus dem Konzept gebracht worden war. Das erlaubte es ihr, ein Tempo zu laufen, das für sie und nicht für die Britin stimmte. Der Plan ging auf. "Ich stellte mich darauf ein, dass es heute ein Kampf wird. Es ist cool, Rennen zu bestreiten, die so eng sind", sagte Büchel.

Bereits an den Hallen-Europameisterschaften vor zwei Jahren in Prag hatte Büchel nach dem Zieleinlauf nicht gewusst, ob es zum Sieg gereicht hatte. Damals triumphierte sie mit einem Vorsprung von vier Hundertstelsekunden. Sie hat in der Halle jenes Glück, das ihr draussen oft fehlt.

SDA-ATS

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