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Die Zugkollision bei Granges-près-Marnand VD ist gemäss Untersuchungsbericht zwar auf menschliches Versagen zurückzuführen. Der Verkehrspersonalverband SEV sieht darin aber kein isoliertes Ereignis. Er verlangt Verbesserungen beim Personal und bei der Technik, um die Sicherheit im Bahnverkehr zu erhöhen.

In der Kritik steht vor allem das Sicherungssystem Signum. Dieses funktioniert über Sichtsignale, die neben oder über den Gleisen befestigt sind. Es warnt vor geschlossenen Hauptsignalen, löst aber erst dann eine Vollbremsung aus, wenn ein Hauptsignal überfahren wird.

Veraltetes Sicherungssystem

Gemäss Schweizerischer Unfalluntersuchungsstelle SUST war das System in der Vergangenheit in mehreren Fällen nicht in der Lage gewesen, Unfälle zu verhindern. Signum sei veraltet, schreibt auch der SEV in einer am Freitag veröffentlichten Stellungnahme.

Es habe mit der Zunahme, der Verdichtung und der Automatisierung des Verkehrs nicht Schritt gehalten und habe im heutigen Verkehr keine Berechtigung mehr. Laut SEV wurde Signum zu einer Zeit eingebaut, als auf Bahnhöfen Betriebspersonal und in den Zügen Zugspersonal im Einsatz waren, die für die Bedienung und Beachtung der Signale zuständig waren. Heute sei der Lokführer allein unterwegs.

Der SEV fordert daher die rasche Einrichtung der nächsthöheren Sicherungsstufe ZUB oder ETM. Wo die Signum-Sicherungen noch nicht ersetzt sei, müsse das Vieraugenprinzip angewandt werden, etwa in Form von Zugbegleitung.

SBB will Signum ersetzen

Mit der Forderung nach Ersatz der veralteten Sicherungssysteme rennt der Verband bei der SBB und beim Bund offene Türen ein. Nach dem tödlichen Unfall bei Granges-près-Marnand hatten sowohl SBB-Chef Andreas Meyer wie auch BAV-Direktor Peter Füglistaler angekündigt, die Modernisierung rascher als geplant vorantreiben zu wollen.

Die veraltete Technik ist für den SEV jedoch nicht das einzige Problem. Vor allem für die Instandhaltung braucht es seiner Ansicht nach mehr Personal bei der SBB selber.

Für das Lokpersonal fordert der SEV höhere Einstiegslöhne, um auch höher qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber zu erreichen. Schliesslich verlangt er, mit einem vielfältigen Einsatz bezüglich Strecken und Fahrzeugen der Monotonie bei der Arbeit entgegenzuwirken.

Schliesslich möchte der Verband selber stärker in die Prozesse der SBB einbezogen werden. Mit über 20'000 im öffentlichen Verkehr aktiven Mitglieder verfüge er über das nötige Fachwissen, um konstruktiv an der Weiterentwicklung der Sicherheit bei der SBB und allgemein im öffentlichen Verkehr in der Schweiz mitzuwirken, schreibt der SEV.

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SDA-ATS