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In Syrien haben sich sich die Proteste von Regierungsgegnern am Freitag ausgeweitet. Die Sicherheitskräfte eröffneten erneut das Feuer auf Demonstranten. Wieder wurden Dutzende Menschen getötet.

Genaue Angaben über die Zahl der Opfer lagen nicht vor. Gemäss Oppositionskreisen wurden in der Stadt Al-Sanamien südlich von Damaskus 23 Zivilisten erschossen und 140 verletzt. Andere Quellen sprachen von 17 Toten. Die Menschen waren auf dem Weg in die südliche Stadt Daraa, um die Demonstranten dort zu unterstützen.

In Daraa zogen laut Augenzeugen fast 20'000 Menschen in einem Trauermarsch durch die Stadt. Sie gedachten der mehr als 40 Menschen, die zwei Tage zuvor bei einem Einsatz der Sicherheitskräfte gegen Demonstranten getötet worden waren.

In der Hautstadt Damaskus protestierten tausende Menschen, um ihre Solidarität mit den in Daraa getöteten Menschen zum Ausdruck zu bringen. "Wir opfern unser Blut, unsere Seele für Euch in Daraa", riefen sie in Sprechchören. Die Polizei löste alleine in Damaskus drei Pro-Demokratie-Kundgebungen auf.

Gleichzeitig fuhren rund 1000 Anhänger des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad mit ihren Autos durch Damaskus, um Stimmung für den Staatschef zu machen. "Bei unserem Blut, bei unserer Seele, wir opfern uns für Baschar", riefen sie.

Auch in anderen syrischen Städten gingen nach dem Freitagsgebet erneut tausende Menschen auf die Strasse. Kundgebungen, die teilweise von der Polizei aufgelöst wurden, gab es unter anderem in den Städten Homs, Duma, Tel sowie Latakia. Nach Informationen des Senders Al-Arabija kam es zu Festnahmen.

Keine echten Reformen erwartet

Unter dem Druck der Proteste hatte die Regierung am Donnerstag Reformen angekündigt und eine Überprüfung des Ausnahmezustands zugesagt. Dieser wurde 1963 nach der Machtübernahme durch die regierende Baath-Partei verhängt und bis heute nicht aufgehoben.

Die Opposition reagierte skeptisch auf die Reformankündigung des Präsidenten. Echte Reformen seien nicht zu erwarten, hiess es in den Internet-Foren der Regimegegner. "Das ist nicht genug, wir wollen Würde und Freiheit", sagte ein Aktivist am Rande einer Beerdigung in Daraa.

Ende der Gewalt gefordert

Die türkische Regierung rief das arabische Nachbarland zu schnellen politischen Reformen auf. In einer Erklärung bedauerte das Aussenministerium in Ankara zugleich, dass es bei den Protesten Tote gegeben habe. Syrien dürfe nun keine Zeit verlieren und müsse Reformversprechen umsetzen.

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy appellierte an Syrien, den Einsatz von Gewalt gegen Demonstranten zu beenden.

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SDA-ATS