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Russland muss sich auf eine sehr lange Wachstumsschwäche einstellen. Wegen des Drucks auf die Ölpreise stutzt der weltgrösste Produzent des Rohstoffs seine Konjunkturprognosen für die nächsten Jahrzehnte kräftig zurück.

Wirtschaftsminister Alexej Uljukajew prognostizierte am Donnerstag, dass die Wirtschaftsleistung bis 2030 im Schnitt jährlich nur noch um 2,5 Prozent zulegen werde. Bisher wurde ein Anstieg von mehr als 4 Prozent erwartet.

"Das Tempo des Wirtschaftswachstums in Russland wird hinter das der Weltkonjunktur in der Prognoseperiode zurückfallen", räumte Uljukajew ein.

Der gesenkte Ausblick zeigt, wie stark die russische Wirtschaft vom Öl abhängt. Vor allem der Schiefergas-Boom in den USA drückt auf den Preis für den wichtigen Rohstoff. Die Regierung in Moskau erwartet inzwischen, dass der Ölpreis bis 2030 inflationsbereinigt nicht nennenswert zulegen wird.

Schwächere Ausfuhren sowie gedämpfte Konsumausgaben und Investitionen hatten in Russland bereits im Sommer für das langsamste Wachstum seit dem Rezessionsjahr 2009 gesorgt. Das Land ist kein Einzelfall. Die Schwellenländer insgesamt verlieren mittlerweile konjunkturell an Fahrt.

Russische Regierung resigniert

In den vergangenen Jahren hatten sie noch deutlich zu den Industriestaaten aufgeschlossen. Unternehmen fast aller Branchen profitierten vom Boom und verstärkten ihre Präsenz in den neuen Märkten.

Die deutlich eingetrübten Perspektiven könnten den russischen Präsidenten Wladimir Putin innenpolitisch unter Druck setzen. Seit dem Beginn von Putins dritter Amtszeit hat sich die Wirtschaft stark abgeschwächt - ganz im Gegensatz zu den vorherigen Amtsperioden.

Wegen fehlender Reformen und der weit verbreiteten Korruption gehen viele Experten davon aus, dass die Regierung kein Rezept gegen die Abschwächung hat. Regierungschef Dmitri Medwedew sagte vergangene Woche im Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters: "Es gibt keine Zauberformel, um das Wachstum anzukurbeln. Und wenn doch, dann kennen wir sie nicht."

SDA-ATS