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Sommaruga in Davos: "Migration ist ein Prozess, kein Problem"

Für Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga muss sich das Verständnis für Migration ändern. "Migration ist ein Prozess, nicht ein Problem", sagte sie an einer Diskussion am Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos.

Migration liege immer - nicht nur in der Schweiz - im Spannungsfeld zwischen staatlicher Souveränität und persönlicher Freiheit. Konflikte und Ängste gebe es immer dann, wenn die Migrationsströme kurzfristig ansteigen, sagte sie in der vom Schweizer Fernsehen SRF organisierten Diskussionsrunde weiter.

Die damit verbundenen subjektiven Ängste bieten sich an, um populistische Politik zu machen. Das Bild, das alle einfach nach Europa kommen wollen, ist gemäss Sommaruga verzerrt: "Flüchtlinge wollen nicht einfach nach Europa. Wir müssen aufhören die Angst zu verbreiten, die ganze Welt wolle nach Europa kommen."

Fokus auf Nachbarländer

Flüchtlinge würden - wie wir das in der gleichen Situation wohl auch wollen würden - am liebsten nach Hause oder zumindest dorthin, wo Familienmitglieder und Bekannte seien. "90 Prozent der Flüchtlinge gehen in ihre Nachbarstaaten", sagte Sommaruga.

Der Blickwinkel müsse sich darum in diese Länder richten. Die Schweizer Unterstützung für diese Staaten sei darum wichtig. Bei Migration nur von Hilfe zu sprechen wäre aber falsch.

Auch der EU-Parlamentspräsident Martin Schulz war in der von TV-Moderatorin Susanne Wille geführten Diskussion mit Sommaruga einig, dass im Idealfall beide Länder - Zielorte und Herkunftsländer - profitieren. Statt von Braindrain sollte viel mehr von Brain Circulation gesprochen werden, hiess es. "Wir managen die Migration nicht, wir verdrängen sie", sagte Schulz. Das sei unverantwortlich.

Jeder Siebte "im Migrationszustand"

Weiter in der Runde diskutierten der malische Präsident Ibrahim Boubacar Keita und Wiliam Lacy Swing, Direktor der Hilfsorganisation IOM (Internationale Organisation für Migration). Jeder siebte auf der Welt sei "im Migrationszustand", sagte Swing.

Problematisch sei vor allem das schlechte Image der Migration. In den USA sei das Image ganz anders, betonte Hikmet Ersek. Der gebürtiger Türke, in Österreich aufgewachsen, führt den US-Konzern Western Union. In den USA stehe die Frage im Vordergrund, was man könne, nicht, woher man komme. Er selbst habe sich früher schwer getan mit der Frage nach der Herkunft.

Seine unternehmerische Tätigkeit, im Kern Geldüberweisungen, sieht er als Möglichkeit zu echten "Direktinvestitionen". Oftmals senden nämlich Menschen - meist Frauen ausländischer Herkunft - Geld in ihre Heimatländer. Da nur der Absender für die Entsendung bezahlt, komme der gesamte Betrag im Zielland an.

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