Externer Inhalt

Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.

Auf dem Tiananmen-Platz in Peking ist ein Geländewagen in eine Menschenmenge gerast und in Brand geraten. Drei Fahrzeuginsassen kamen dabei nach Polizeiangaben ums Leben. Im Internet kochten nach dem Vorfall die Spekulationen über mögliche Hintergründe hoch.

Elf Touristen und Polizisten seien verletzt worden, als der Geländewagen in eine antike Steinbrücke vor der Verbotenen Stadt krachte und Feuer fing, berichtete die Polizei im chinesischen Kurzmitteilungsdienst Weibo.

Die verletzten Touristen und Polizisten wurden in nahe gelegene Spitäler gebracht. Woher die Touristen stammten, war noch unbekannt. Zu ihrem Zustand machte die Polizei auf Anfrage keine Angaben.

Das Unglück habe sich gegen 12.00 Uhr Ortszeit ereignet. Die Flammen seien schnell von herbeieilenden Sicherheitsleuten gelöscht worden. Rings um die Unfallstelle wurde eine Sichtschutzbarriere errichtet.

Zensur löscht Bilder

Fotos in Sozialen Netzwerken zeigten ein brennendes Auto an der Jinshui-Brücke, unmittelbar vor dem Eingang zur Verbotenen Stadt. Mehrere Menschen berichteten online von einer Explosion. Von offizieller Stelle gab es dafür zunächst keine Bestätigung.

Viele der Bilder wurden binnen Minuten von der staatlichen Zensur gelöscht. Eine U-Bahn-Station in der Nähe des Eingangs zur Verbotenen Stadt wurde auf Weisung der Polizei gesperrt, ebenso auf den Platz zuführende Strassen.

Zwei AFP-Reporter wurden vorübergehend festgenommen. Vor ihrer Freilassung wurden Bilder von ihren Kameras gelöscht. Ein italienischer Tourist berichtete, er sei gegen Mittag zusammen mit anderen Besuchern von Polizisten aus der Verbotenen Stadt hinausgewiesen worden.

Im Internet kochten nach dem Vorfall die Spekulationen über mögliche Hintergründe hoch. In manchen sozialen Online-Netzwerken wurde gemutmasst, die Fahrzeuginsassen wollten möglicherweise mit einer Protestaktion ein Zeichen setzen. Auch eine demonstrative Selbstentzündung wurde in Erwägung gezogen.

Politisch heikler Platz

Die Verbotene Stadt ist als UNESCO-Weltkulturerbe eines der meistbesuchten Touristenziele Chinas. Das Areal unmittelbar davor ist normalerweise für Autos gesperrt. Mehrere Steinbrücken führen zum Südeingang des Kaiserpalastes. Metallsperren grenzen den Fussgängerweg von der mehrspurigen Changan-Strasse ab.

Auf der anderen Strassenseite liegt der Tiananmen-Platz. Dieser war Schauplatz der Studentenproteste im Jahr 1989, die damals brutal von den chinesischen Behörden niedergeschlagen wurden.

Das gesamte Gebiet gehört zu dem am besten bewachten und politisch heikelsten Plätzen Chinas. Westlich vom Tian'anmen Platz liegt die Grosse Halle des Volkes, Sitz des chinesischen Parlamentes. Wenige hundert Meter entfernt residiert Chinas Staatsführung auf dem abgeschirmten "Zhongnanhai"-Gelände.

SDA-ATS