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Der Leitzins in der Eurozone bleibt auf seinem Rekordtief von einem Prozent. Das teilte die Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag nach einer Ratssitzung in Frankfurt am Main mit.

Damit entschieden sich die Währungshüter, das Wirtschaftswachstum weiter mit niedrigen Zinsen zu stützen. Zugleich bewerteten sie die Gefahr der zuletzt gestiegenen Inflation als nicht gross genug, um mit steigenden Zinsen dagegen zu halten.

"Wir sehen weiter Beweise für kurzfristigen Inflationsdruck, hauptsächlich verursacht vom Anstieg von Energie- und Lebensmittelpreisen. Das hat unsere generelle Bewertung, dass die Entwicklung der Preise auf mittlere Sicht mit dem Ziel Preisstabilität vereinbar ist, aber nicht geändert", sagte Notenbankchef Jean-Claude Trichet am Donnerstag nach der monatlichen Zinssitzung des EZB-Rats.

Anhaltende Wachsamkeit sei allerdings das Gebot der Stunde, betonte Trichet. Das derzeitige Zinsniveau von einem Prozent bleibe bis auf weiteres "angemessen", obwohl die Notenbanker erwarten, "dass die Inflationsrate 2011 über weite Strecken über zwei Prozent liegen wird" und damit über dem Zielwert von knapp unter zwei Prozent.

Verbal auf der Bremse

Trichet hatte im Januar Finanzmärkte und Öffentlichkeit mit überraschend scharfen Warnungen vor einer Rückkehr der Inflation aufgeschreckt und heftige Spekulationen ausgelöst, die EZB könnte den Leitzins früher erhöhen als erwartet. Nun trat Trichet verbal etwas auf die Bremse, was für eine deutliche Abwertung des Euro sorgte, der während der Pressekonferenz Trichets klar unter 1,37 Dollar fiel.

Im Gegensatz zu seinen Aussagen nach dem letzten Treffen des EZB-Rats Mitte Januar verzichtete Trichet beispielsweise darauf, mehrfach darauf hinzuweisen, dass die EZB jederzeit handlungsbereit sei um gegen die Inflation vorzugehen. Im Januar war die Teuerung in der Euro-Zone auf 2,4 (Dezember 2,2) Prozent geklettert.

Trichet betonte, dass auch mehr als dreieinhalb Jahre nach Ausbruch der Finanzkrise im Sommer 2007 eine Reihe von Finanzmärkten "nicht normal" funktionierten. Allerdings habe sich zuletzt gezeigt, dass der für die Politik der Notenbank besonders wichtige Geldmarkt besser funktioniere.

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SDA-ATS