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Soll das Recht auf Hörner in die Verfassung? Der Ständerat ist dagegen und lehnt die Hornkuh-Initiative ab. (Themenbild)

Keystone/DOMINIC STEINMANN

(sda-ats)

Die Frage, ob Hörner von Kühen und Ziegen in die Verfassung gehören, hat am Donnerstag im Ständerat zu reden gegeben. Anlass war die Initiative "Für die Würde der landwirtschaftlichen Nutztiere", die der Ständerat mit 28 zu 8 Stimmen bei 8 Enthaltungen ablehnt.

Die Urheber der so genannten Hornkuh-Initiative wollen erreichen, dass weniger Tiere enthornt werden. In der Verfassung soll verankert werden, dass horntragende Kühe, Zuchtstiere, Ziegen und Zuchtziegenböcke finanziell gefördert werden. Ein Verbot, die Tiere zu enthornen, sieht das Begehren nicht vor.

"Recht auf Hörner"

Die Mehrheit der Wirtschaftskomission (WAK) lehnte die Initiative ab. Trügen zehn Prozent der Tiere Hörner, würde dies zu rund 30 Millionen Franken Kosten führen, die in der Landwirtschaft anderswo eingespart werden müssten. "Diese Umverteilung würde zu Verlierern führen". Auch das Unfallrisiko sei bei Tieren mit Hörnern grösser.

Die Initianten wollten so oder so eine Abstimmung, stellte WAK-Sprecher Isidor Baumann (CVP/UR) fest. Da kein Brückenschlag zu ihnen möglich sei, solle auf einen indirekten Gegenvorschlag verzichtet werden. Die WAK hatte Möglichkeiten für eine Umsetzung auf Gesetzes- oder Verordnungsstufe geprüft und verworfen.

Die Minderheit wollte die Initiative annehmen. Sie sprach die Schmerzen und die Angst der Tiere beim Enthornen an. Hörner seien zudem ein wichtiges Kommunikationsmittel innerhalb von Kuhherden. "Wenn die Natur Kühen Hörnern gegeben hat, dann haben sie das Recht auf diese Hörner", sagte Anita Fetz (SP/BS).

Ökonomische Aspekte

Der Bundesrat lehnt die Initiative ohne Gegenvorschlag ab. "Ökonomische Aspekte müssen mitgedacht werden", forderte Landwirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann im Rat. Könnten enthornte Kühe mit weniger Personal in Laufställen gehalten werden, spare das Kosten.

Beiträge könnten dazu führen, dass Tiere mit Hörnern in nicht geeigneten Ställen gehalten würden, gab Schneider-Ammann zu bedenken. "Das wäre schädlich für das Tierwohl."

Hinter der Initiative steht eine Interessengemeinschaft um den Bergbauern Armin Capaul. In der Schweiz werden den meisten Kälbern die Hornanlagen ausgebrannt. Laut der Nutztierschutzorganisation Kagfreiland sind inzwischen fast drei Viertel der Milchkühe hornlos.

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SDA-ATS