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Heute Samstag beginnt in Gabun der 31. Afrika-Cup. Das Turnier im zentralafrikanischen Staat steht politisch und wirtschaftlich unter einem schlechten Stern.

Es ist fast Ironie des Schicksals, dass der Afrika-Cup in den nächsten drei Wochen ausgerechnet in Gabun stattfindet. Das Land in Zentralafrika führt das Turnier durch, weil das als Veranstalter vorgesehene Libyen vor etwas mehr als zwei Jahren wegen des Bürgerkriegs seine Gastgeberrolle zurückgeben musste. Doch mittlerweile ist Gabun selbst in eine kritische innenpolitische Lage geraten.

Seit der Wiederwahl im vergangenen August von Präsident Ali-Ben Bongo Ondimba, dessen Familie seit den Sechzigerjahren an der Macht ist, gibt es im Land immer wieder Unruhen. Dem Präsidenten wird massiver Wahlbetrug vorgeworfen. Ausschreitungen im letzten Herbst forderten hunderte von Toten. Oppositionelle Politiker rufen nun vor dem Afrika-Cup dazu auf, die Spiele zu boykottieren und in den Spielorten zu demonstrieren, wenn auch "friedlich und ohne Gewalt" wie sie in ihren Manifesten schreiben.

Die Menschen in Gabun schauen dem Turnier skeptisch entgegen. Zumal das Land mit der Durchführung des zweiten Afrika-Cups innerhalb von fünf Jahren - 2012 organisierte Gabun das Turnier zusammen mit Nachbar Äquatorialguinea - an seine Grenzen stösst. Zwei neue Stadien mussten in der Provinz gebaut werden. Sie wurden, mit einiger Verzögerung zwar, immerhin rechtzeitig fertig. So hofft man zumindest. Eine richtige Inspektion soll nicht stattgefunden haben, ein Fussball-Spiel als Testlauf konnte erst recht nicht abgehalten werden.

Insgesamt ist der Afrika-Cup viel zu teuer für ein Land wie Gabun, das zwar im innerafrikanischen Vergleich wirtschaftlich nicht schlecht dasteht, das aber aufgrund des sinkenden Erdölpreises eine Krise durchmacht. Ausserhalb der Hauptstadt Libreville ist die Infrastruktur desolat. Es wird kolportiert, dass der Titelverteidiger Elfenbeinküste in seinem Vorrunden-Spielort Oyem Mühe gehabt habe, ein Hotel mit warmem Wasser zu finden.

Nichtsdestotrotz rollt ab Samstag der Ball. Gastgeber Gabun gehört nicht zu den Favoriten, obwohl er mit Dortmunds Superstar Pierre-Emerick Aubameyang den teuersten Spieler Afrikas in seinen Reihen hat. Der Titel wird erneut der Elfenbeinküste zugetraut, auch wenn die Routiniers Yaya Touré und Didier Drogba nicht mehr dabei sind. Oder dem ewigen Verlierer Ghana, der bei den letzten fünf Turnieren zweimal im Final und dreimal in den Halbfinals verlor. Oder Algerien mit dem Premier-League-MVP Riyad Mahrez vom englischen Meister Leicester City, dem Flügel Yassine Brahimi vom FC Porto und dem Schalke-Spielgestalter Nabil Bentaleb.

Aubameyang, Mahrez und Bentaleb sind drei der unzähligen Stars aus den europäischen Top-Ligen. Die Premier League, die Ligue 1, die 1. Bundesliga, La Liga und die Serie A sind mit insgesamt 86 Spielern vertreten. Aus der Super League stellen dagegen bloss zwei Klubs Spieler ab: Der FC Basel ist mit Serey Die und Adama Traoré (beide Elfenbeinküste) sowie Omar Gaber (Ägypten) präsent, der FC Sion mit Moussa Konaté (Senegal) und Ebenezer Assifuah (Ghana). Dazu kommen aus der Challenge League der Wohlener Keeper Joël Kiassumbua (Demokratische Republik Kongo) und Liassine Cadamuro (Algerien) von Servette.

Insgesamt verdienen mehr als zwei Drittel der 368 für den Afrika-Cup aufgebotenen Spieler ihr Geld in Europa. Doch nicht alle werden hier so reich wie Aubameyang oder die Hochlohnbezüger aus der Premier League. Wenn sich am Samstag im Eröffnungsspiel der Turnier-Debütant Guinea-Bissau Aubameyang und Co. gegenüberstellt, stehen beim Aussenseiter zwar ausschliesslich Legionäre auf dem Platz, doch sind dies grösstenteils Spieler aus der 2. und 3. Division der ehemaligen Kolonialmacht Portugal oder aus der griechischen und norwegischen Provinz. Für sie wird der Afrika-Cup zum Höhepunkt ihrer Karriere. Egal, wie viele politisch und wirtschaftlich gefärbte Misstöne das Turnier begleiten.

Afrika-Cup 2017 in Gabun. Einteilung. Vorrunde. Gruppe A: Gabun, Burkina-Faso, Guinea-Bissau, Kamerun. - Gruppe B: Algerien, Tunesien, Senegal, Simbabwe. - Gruppe C: Elfenbeinküste, Demokratische Republik Kongo, Marokko, Togo. - Gruppe D: Ghana, Mali, Ägypten, Uganda.

Programm. Gruppenspiele: 14. bis 25. Januar. - Viertelfinals: 28./29. Januar. - Halbfinals: 1./2. Februar. - Spiel um Platz 3: 4. Februar. - Final: 5. Februar.

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SDA-ATS