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Befürchtungen bezüglich einer allmählichen Erosion des Mittelstandes lassen sich statistisch nicht belegen. Anteilsmässig sind die mittleren Einkommensgruppen in der Schweiz seit 1998 weitgehend unverändert geblieben.

2011 wurden 57,2 Prozent der Bevölkerung den mittleren Einkommensgruppen zugerechnet, wie aus einer Publikation des Bundesamtes für Statistik (BFS) vom Dienstag hervorgeht. Anteilsmässig am stärksten vertreten war die Mitte 2009 mit 61,3, am schwächsten 1998 mit 57,0 Prozent.

Das BFS wertet diese Entwicklung als positiv. Sie gehe mit einer Verkleinerung der untersten Einkommenskategorie einher, schrieb das Bundesamt.

Zur Mitte werden Personen gezählt, deren Haushalt zwischen 70 und 150 Prozent des mittleren Haushaltseinkommens (Median) verdient. Das sind Alleinlebende mit einem monatlichen Bruttoeinkommen zwischen 3719 und 7968 Franken oder Paare mit zwei Kindern unter 14 Jahren und einem Haushaltseinkommen von brutto 7809 bis 16’734 Franken pro Monat.

Rückgang wegen Wirtschaftskrise

Tendenziell beobachtete das BFS nur zwischen 2003 und 2007 sowie seit 2009 einen leichten anteilsmässigen Rückgang der mittleren Einkommensgruppe. Den aktuellen Rückgang führt es unter anderem auf die Finanz- und Wirtschaftskrise von 2008/09 zurück, welche eine Zunahme der einkommensschwachen Gruppe zur Folge hatte.

Zwar sei in den mittleren Einkommensgruppen ein Rückgang der traditionellen Familienhaushalte (Paare mit einem bis zwei Kindern) zu verzeichnen. Eine Polarisierung der Einkommensgruppen mit einer "schwindenden Mitte" könne jedoch gemäss der verwendeten Definition nicht bestätigt werden, schreibt das BFS.

Entsprechende Befürchtungen werden vom Bundesamt zum Teil auf Probleme zurückgeführt, die auf die mittleren Einkommensgruppen "projiziert" würden und eher mit den strukturellen Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt zusammenhingen. Oft dürften laut BFS auch etwaige Abstiegsängste der "Mitte" ausschlaggebender sein als der tatsächlich festgestellte Lebensstandard.

SDA-ATS