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Wie teuer das letzte Lebensjahr wird, hängt auch davon ab, ob Sterbende im Spital oder zu Hause betreut werden. (Symbolbild)

KEYSTONE/GAETAN BALLY

(sda-ats)

Sterben kostet in der Romandie und im Tessin mehr als in der Deutschschweiz. Das Jahr vor dem Tod ist in der lateinischen Schweiz im Schnitt um etwa zwanzig Prozent teurer, wie eine Nationalfonds-Studie zeigt.

In der Romandie und im Tessin sterben mehr Menschen im Spital und weniger zu Hause oder in einem Heim als in der Deutschschweiz. Dies könnte ein Grund für die höheren Kosten am Lebensende sein, wie der Schweizerische Nationalfonds in einer Mitteilung zur Studie am Donnerstag schreibt.

Wo es mehr ambulant behandelnde Ärzte und Pflegeheime habe, sinke die Wahrscheinlichkeit, im Spital zu sterben, wird Erstautor Radoslaw Panczak vom Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Bern im Communiqué zitiert.

Dies zeige ein Vergleich der Regionen von Yverdon und Neuenburg: Neuenburg habe bereits früh starke Spitex-Strukturen aufgebaut - und dort seien die durchschnittlichen Kosten am Lebensende nur halb so hoch wie in der angrenzenden Region Yverdon.

Ein weiterer möglicher Grund für die regionalen Unterschiede sei, dass französischsprachige Fachleute Schmerzen eher aggressiv behandelten, wie eine Erhebung unter Schweizer Ärzten zeige. Sie seien auch weniger gewillt als ihre deutschsprachigen Kollegen, auf Wunsch der Angehörigen auf therapeutische Massnahmen zu verzichten.

Frauen sterben günstiger als Männer

Die Nationalfonds-Studie zeigt zudem, dass die letzten Lebensjahre von Männern teurer sind als jene von Frauen. Die meisten Frauen sterben später als Männer und verwitwet - die Medizin kämpfe deshalb vielleicht weniger um ihr Leben als einige Jahre zuvor noch um das Leben ihrer Männer, mutmassen die Forscher.

Die Daten würden dies jedoch nicht belegen. "Unsere Resultate weisen lediglich auf Unterschiede hin. Darüber, wie diese Unterschiede zustande kommen, kann nur spekuliert werden", wird Panczak in der Mitteilung zitiert.

Die Studie im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms "Lebensende" untersuchte die Daten von mehr als 113'000 Erwachsenen, welche zwischen 2008 und 2010 starben und bei einer von sechs grossen Krankenkassen versichert waren. Die Krankenkassen stellten die anonymisierten Daten den Forschenden zur Verfügung.

Die Analyse zeigt, dass die von den Krankenkassen verrechneten Kosten im letzten Lebensjahr generell stark ansteigen. Deren Höhe unterscheidet sich aber von Fall zu Fall: So kostet etwa die Behandlung von Krebspatienten mehr als jene von Unfallopfern oder Opfern von Herzversagen.

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SDA-ATS