Externer Inhalt

Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.

Die Auswertung von Daten-CDs über deutsche Steuerbetrüger in der Schweiz hat dem deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen (NRW) insgesamt 500 Millionen Euro an Nach- und Strafzahlungen in die Kasse gespült.

Bislang hätten die CDs als einzig wirksames Mittel Licht in das Dunkel des Schweizer Steuer-Eldorados gebracht, sagte NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans am Dienstag im Ständigen Ausschuss des Landtags in Düsseldorf. Seit dem Ankauf der ersten CD 2010 seien 6000 Selbstanzeigen eingegangen.

Die laufenden deutsch-schweizerischen Verhandlungen über ein Steuerabkommen seien allein auf die Verunsicherung nach den CD-Käufen zurückzuführen.

NRW hält Abkommen für nicht zustimmungsfähig

Das in der vergangenen Woche nachgebesserte Abkommen sei aber nicht zustimmungsfähig, weil es weder Steuerehrlichkeit noch Gerechtigkeit gewährleiste, betonte er einmal mehr.

Deswegen müsse die Schweiz zügig nachlegen, um möglichst zu Jahresbeginn "ein wasserdichtes Abkommen" zu haben. "Es gibt Verbesserungsmöglichkeiten und erheblichen Druck auf die Schweiz, zu mehr bereit zu sein", unterstrich der SPD-Politiker.

Die Schweiz ist jedoch nicht bereit, weitere Verhandlungen über das am Gründonnerstag unterzeichnete Abkommen zu führen: Eine Nachverhandlung des zur Diskussion stehenden Abkommens sei nicht möglich, sagte Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf nach der Unterzeichnung des Zusatzprotokolls.

Bei einer Ablehnung bliebe vorderhand der Status Quo - Amtshilfe gestützt auf das bestehende Doppelbesteuerungsabkommen - bestehen, erklärte Widmer-Schlumpf weiter.

Milliarden-Einnahmen zweifelhaft

Deutsche Steuersünder mit Schwarzgeld in der Schweiz sollen mit bis zu 41 Prozent ihres Kapitals zur Kasse gebeten werden. Diese Quote sei aber selbst nach Aussage von Schweizer Bankern kaum zu erreichen, monierte Walter-Borjans. Die Erwartungen der deutschen Bundesregierung von geschätzten zehn Milliarden Euro Einnahme seien irreal.

Es könne nicht sein, dass die Schweiz "einen Persil-Schein für Steuerhinterzieher" durchsetze, die Schwarzgeld nachträglich anonym legalisieren könnten und zusätzlich neun Monate Zeit erhalten sollten, es in andere Steueroasen zu schaffen. "Kapital flüchtet", stellte Walter-Borjans fest.

SDA-ATS