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Stoch auf den Spuren Hannawalds

Drei der vier Hürden hat er schon genommen. Kamil Stoch lässt Sven Hannawald um seine Einzigartigkeit bei der Vierschanzentournee zittern.

Nach den Siegen in Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen und Innsbruck fehlt dem polnischen Titelverteidiger nur noch ein Erfolg am Samstagabend in Bischofshofen, um das bislang einmalige Kunststück des Deutschen Sven Hannawald von vier Siegen aus dem Winter 2001/2002 zu wiederholen.

Der 30-jährige Stoch ist bereits der zehnte Springer, der sich für Bischofshofen die Chance auf den Grand Slam herausgeflogen hat. Zuletzt hatte der Finne Janne Ahonen vor zwölf Jahren diese Möglichkeit, der Österreicher Martin Höllwarth verwies ihn aber auf den 2. Rang. Den vierten Sieg schaffte bislang nur Hannawald. Der Japaner Yukio Kasaya gewann 1971/1972 die ersten drei Springen und wurde am Ende nicht einmal Tourneesieger, weil er nach der dritten Station abreisen musste, um sich auf die Olympischen Spiele 1972 in Sapporo vorzubereiten.

Der 43-jährige Hannawald begleitet den Skisprung-Tross als Experte beim Spartensender Eurosport, er verfolgt das Geschehen hautnah. "Kamil springt hier im Moment alles in Grund und Boden. Es ist ähnlich wie bei mir damals, er hat es jetzt in der eigenen Hand. Es sieht alles danach aus, als würde er auch das letzte Springen gewinnen", teilte er per Communiqué mit.

Hannawald rechnet mit Stoch

Für ihn steht der Pole bereits als Gesamtsieger fest. "Bis Innsbruck hat man immer irgendwelche Ausreden. Kamil müsste jetzt rückwärts springen, um die Tournee nicht mehr zu gewinnen, dementsprechend geht es nicht mehr um die Gesamtwertung, sondern nur noch um den letzten Sieg", fügte er an. "Da läuft jetzt das Kopfkino so richtig an. Er versucht bereits jetzt, den Interviews aus dem Weg zu gehen und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren", erklärte der Deutsche. Hannawald rechnet damit, dass er ab Samstag "ein zweites Mitglied in diesem elitären Klub begrüssen darf".

Auch Stoch weiss, was auf ihn zukommen wird. "Ich darf mich nicht auf den Rekord fixieren, sondern muss einfach meinen Job machen", sagte er am Abend nach dem Sieg in Innsbruck und hielt zugleich fest: "Ich werde gleichwohl nervös sein. Wir sind keine Maschinen." Der Pole erinnerte die Medien daran, dass im Skispringen nicht alles in der Hand des Sportler liege. "Das Wetter oder der Wind ist möglicherweise nicht auf deiner Seite." Gleichwohl überwog die Zuversicht. "Rekorde sind da, um gebrochen zu werden", betonte er.

"Er kann sich nur selbst schlagen", sagte der Deutsche Andreas Wellinger über Stoch mit Blick auf das Tournee-Ranking, in dem er als Zweiter fast 65 Punkte Rückstand auf den Polen hat. In allen sechs Durchgängen sprang Stoch bislang hervorragend. Sein Flugsystem ist stabil, er kann selbst im grossen Weitenbereich noch Sprünge sicher und mit Telemark stehen.

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