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Die radioaktive Belastung des Meerwassers beim havarierten AKW in Fukushima hat einen neuen Höchstwert erreicht. Der Gehalt des strahlenden Isotops Jod-131 im Meer nahe der Anlage übertraf am Samstag den zulässigen Grenzwert um das 1250fache.

Das teilte die Reaktorsicherheitsbehörde (NISA) mit. Zuvor wiesen die 330 Meter südlich der Anlage entnommenen Proben lediglich eine 100 Mal so hohe Strahlenbelastung aus.

Der AKW-Betreiber Tepco räumte ein, dass mit grosser Wahrscheinlichkeit radioaktives Wasser aus vier beschädigten Atommeilern ins Meer geflossen sei. Als Grund für die stark gestiegene Verstrahlung wird laut NISA ein Riss in der Stahlkammer um den Reaktorkern in Block 3 befürchtet.

Der Verdacht kam auf, als zwei Arbeiter Hautverbrennungen erlitten, die mit Wasser in Berührung kamen, dessen Radioaktivität 10'000 mal höher als sonst in der Anlage üblich war.

Wasserversorgung in Gefahr

Sollte tatsächlich der Reaktorkern betroffen sein, könnten Luft und Wasser in der Umgebung des Kraftwerks stark verseucht werden. Wahrscheinlich wäre auch eine Kontamination des Grundwassers.

In der Hauptstadt Tokio lag der Strahlungswert bei Leitungswasser bereits doppelt so hoch wie der von der Regierung vorgegebene Grenzwert für Kleinkinder. Einwohner kauften massenweise Mineralwasserflaschen. Behördenvertreter verteilten Mineralwasser an Familien mit Babys.

Die Radioaktivität wird sowohl über die Luft wie durch kontaminiertes Wasser verbreitet. Der Wind weht allerdings auch in den nächsten Tagen günstig für die Millionen-Metropole Tokio. Radioaktive Partikel aus den Unglücksreaktoren werden in den nächsten Tagen laut Meteorologen zumeist aufs Meer getragen.

Kühlung mit Süsswasser

Die Lage im Atomwrack selbst hat sich nach Aussagen eines Regierungssprechers nicht weiter verschlechtert. Es sei derzeit aber nicht möglich, genau zu sagen, wann die Atomkrise vorbei sei, sagte Kabinettssekretär Yukio Edano.

Am Samstag gab es wenigstens einen kleinen Fortschritt: Im Kontrollraum von Reaktor 2 brannte wieder Licht. Damit gibt es nun nur noch im Kontrollraum von Block 4 noch kein Licht.

Die Helfer versuchten mit Hochdruck, ausgelaufenes radioaktives Wasser zu entfernen. Danach sollten die Arbeiten zur Verkabelung der Kühlsysteme fortgesetzt werden.

Die Reaktoren 1 bis 3 wurden am Samstag wieder mit Wasser von aussen gekühlt, um die drohende Überhitzung zu stoppen. Wegen der hohen Strahlenbelastung geschah dies nach einem Bericht des Fernsehsenders NHK aus grösserer Entfernung als bisher.

Nach Polizeiangaben waren am Samstag 10'151 Todesopfer bestätigt, mehr als 17'000 Menschen wurden noch vermisst. Letztlich rechnen die Behörden mit mehr als 18'000 Toten.

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SDA-ATS