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Ein Test zur Wasserqualität von Mineralwasser hat einen Knatsch ausgelöst. Gemäss den Ergebnissen zweier Umweltorganisationen waren die Hälfte von zehn untersuchten Flaschen verunreinigt. Die Branche spricht von einer einseitigen Attacke.

Die Vereinigung Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz (AefU) und die Umweltorganisation Pingwin Planet untersuchten zehn kohlensäurehaltige Mineralwassermarken in zwei Labors in der Westschweiz.

Die Hälfte davon enthielt hormonaktive und neurotoxische Substanzen, wie die Organisationen am Donnerstag mitteilten. Diese Substanzen würden sich im Menschen anreichern und ähnlich wirken wie künstliche Hormone.

Keine Substanzen wurden dagegen in drei untersuchten Proben nachgewiesen. Dazu zählt auch das Berner Trinkwasser, das zum Vergleich ebenfalls analysiert wurde. AefU und Pingwin Planet sehen dies als Beleg, dass sauberes Flaschenwasser möglich sei.

Gegengutachten liefert andere Ergebnisse

Der Verband Schweizerischer Mineralquellen und Soft-Drink-Produzenten (SMS) reagierte befremdet auf das Vorgehen der beiden Umweltorganisationen. Man sei erst vor wenigen Tagen von den Ergebnissen in Kenntnis gesetzt worden, obwohl diese bereits seit Mai vorgelegen hätten. Es handle sich um eine "einseitige Branchenattacke".

Keine der untersuchten Flaschen habe gegen die gesetzlichen Vorschriften und Bestimmungen verstossen, stellte der Verband in einer Stellungnahme klar. Die betroffenen Unternehmen würden die Ergebnisse nun aber eingehend überprüfen und beurteilen.

Bereits reagiert hat Nestlé Waters Schweiz. Die Tochter des Nahrungsmittelkonzerns hat bei einem unabhängigen Labor ein Gegengutachten in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse würden den Untersuchungen von AefU und Pingwin Planet widersprechen, teilte das Unternehmen mit. In Proben derselben Charge seien keine der genannten Substanzen gefunden worden.

Kein neues Phänomen

Der Vorwurf der Branchenattacke ist nicht ganz von der Hand zu weisen. AefU und Pingwin Planet behaupten, dass eine der getesteten Flaschen den Höchstwert bei der hormonähnlichen Substanz butyliertes Hydroxytoloul (BHT) überschritten habe.

Allerdings haben die Organisationen laut dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) die geltenden Werte für natürliches Trinkwasser herangezogen und nicht jenen für Wasser, das in Plastik- oder Glasflaschen abgefüllt werde. BHT finde sich in fast allen Packungen in der Lebensmittelindustrie, sagte ein Spezialist vom BAG auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Dabei seien die Mengen in Mineralwasserflaschen unbedenklich.

Die Thematik beschäftigt den Bund indes bereits seit Jahren. So hatte das BAG bereits 2011 die 31 am häufigsten verkauften Mineralwasser in der Schweiz auf hormonaktive Substanzen untersuchen lassen.

Obwohl in allen Flaschen östrogene Rückstände nachgewiesen worden seien, stellten diese kein gesundheitliches Risiko für die Konsumenten dar, heisst es in der entsprechenden Studie. Natürliche Östrogene kämen in anderen Lebensmittel wie Milchprodukten, Bier oder Wein, in viel höherer Konzentration vor.

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SDA-ATS