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Sicherheitskräfte blockieren in der venezolanischen Hauptstadt Caracas den Zugang zur Leichenhalle, in der der getötete Aufständische Oscar Pérez aufbewahrt wird.

KEYSTONE/EPA EFE/MIGUEL GUTIERREZ

(sda-ats)

Im Streit um die Leiche des aufständischen Helikopterpiloten Oscar Pérez haben dutzende Soldaten in Venezuela eine Leichenhalle in Caracas abgesperrt. Der Oppositionelle war am Dienstag bei einem Polizeieinsatz getötet worden.

Der Oppositionsabgeordnete und Mediziner Winston Flores, Leiter eines Parlamentsausschusses zur Untersuchung von Pérez' Tod, sprach am Mittwoch von einer aussergerichtlichen Exekution des früheren Polizeibeamten. Nach Flores' Worten verweigern die Behörden die Herausgabe der Leiche oder eines Obduktionsberichts mit der Begründung, ein Militärgericht habe die Freigabe abgelehnt.

Pérez und sechs weitere Regierungsgegner waren am Dienstag bei einem Polizeieinsatz in Caracas erschossen worden. Während des Einsatzes hatte Pérez per Live-Video im Internet berichtet, er und seine Gruppe wollten sich ergeben, würden jedoch von Scharfschützen beschossen. Dies weckt Zweifel an der Darstellung der Regierung, wonach die Männer getötet wurden, nachdem sie das Feuer auf Polizisten eröffnet hatten.

Pérez wurde in Venezuela zunächst als Schauspieler und Mitglied einer Polizei-Eliteeinheit bekannt. Berühmtheit erlangte er, als er im vergangenen Juni auf dem Höhepunkt der Proteste gegen Präsident Nicolás Maduro von einem gestohlenen Polizeihelikopter aus Granaten über dem Sitz des Obersten Gericht abwarf. Maduro sprach daraufhin von einem Umsturzversuch.

Staatsfeind Nummer eins

Seither lebte Pérez im Untergrund und meldete sich immer wieder über Online-Netzwerke kritisch zu Wort. Er galt als meistgesuchter Mann Venezuelas. In seinem letzten Video rief er die Venezolaner auf, nicht aufzugeben und weiter gegen Maduro auf die Strasse zu gehen.

Pérez' Witwe Dana Vivas forderte die Regierung auf ihr zu erlauben, die Leiche ihres Mannes zu identifizieren. Auch dürfe diese nicht verbrannt werden. Die Bürgerrechtsorganisation Foro Penal betonte in einer Erklärung, aussergerichtliche Hinrichtungen seien in Venezuela verboten. Der Staat sei verpflichtet, Menschenleben zu schützen - "einschliesslich das Leben von Menschen, die als Straftäter identifiziert wurden".

Venezuela befindet sich trotz reicher Erdölvorkommen in einer tiefen Wirtschaftskrise, die zu schweren Versorgungsengpässen geführt hat. Die Opposition macht die Regierung des linksnationalistischen Präsidenten Maduro dafür verantwortlich.

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