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Kurz vor dem Formel-1-Rennen in Montréal sind in der kanadischen Stadt erneut tausende Studenten gegen höhere Studiengebühren auf die Strasse gegangen. Die Polizei setzte am Abend Schockgranaten und Tränengas ein.

Die Sicherheitskräfte hinderten damit die Demonstranten, zu der Rennstrecke für den Grossen Preis von Kanada zu gelangen. Nach Polizeiangaben wurden fast 40 Personen festgenommen.

Die Studenten waren zuvor nur mit Unterwäsche bekleidet durch die Strassen gezogen und hatten mit Kochtöpfen und Pfannen lautstark auf sich aufmerksam gemacht.

"Mit unserer Nacktheit bringen wir unsere Forderung nach mehr Transparenz zum Ausdruck", sagte ein Demonstrant, der bis auf eine graue Baumwollunterhose nackt war. Die Studenten werfen der Provinzregierung vor, das Formel-1-Rennen vom Sonntag zu unterstützen, während sie von den Studenten höhere Studiengebühren verlangt.

Folgen für Formel-1-Rennen

Die Proteste in der mehrheitlich französischsprachigen Provinz Québec halten bereits seit Monaten an und richten sich gegen höhere Studiengebühren und ein kürzlich erlassenes Gesetz, das das Demonstrationsrecht einschränkt. Weil es am Rande der Proteste schon mehrfach zu Ausschreitungen kam, verläuft der Ticket-Verkauf für das Formel-1-Rennen schleppend.

Québecs Premierminister Jean Charest kritisierte den Versuch der Studenten, von der weltweiten Aufmerksamkeit für Formel-1-Rennen zu profitieren. Ein Angriff auf den Grand Prix sei kein Angriff gegen die Regierung, "sondern alle Menschen in Québec".

In der vergangenen Woche hatten die Studenten ein Angebot seiner Regierung abgelehnt, die geplante Gebührenerhöhung um 35 kanadische Dollar (32,50 Franken) pro Jahr zu senken. Damit würden die Studiengebühren in den kommenden sieben Jahren nicht um 1778 (1654 Franken) Dollar, sondern um 1533 Dollar (1426 Franken) steigen.

SDA-ATS