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Studie will erstmals Zahl der Spinnenbisse in der Schweiz ermitteln

Forscher wollen erstmals dokumentieren, wie viele Menschen in der Schweiz von Spinnen gebissen werden. Von Juni bis November läuft deshalb Studie für die alle Bisse gemeldet werden können, sofern deswegen eine ärztliche Behandlung nötig wurde.

Es sei nicht das Ziel, mit der Studie Panik in der Bevölkerung zu schüren, sagte Studienleiter Markus Gnädinger, Facharzt für Innere Medizin in Steinach SG, auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Im Gegenteil: Die Gefährlichkeit von Spinnen und Spinnenbissen werde in der Schweiz wahrscheinlich überschätzt.

Er selber habe schon mehrere, meist harmlose Spinnenbisse gesehen. Insgesamt seien Spinnenbisse wohl relativ selten: Von 2000 bis 2010 erhielt das Schweizerische Toxikologische Informationszentrum (Tox-Zentrum ) jährlich 33 Anfragen deswegen. Medizinisch und biologisch überprüft sind diese Bisse praktisch nie.

Übeltäter einfangen

Um Klarheit zu schaffen, lanciert Gnädinger nun mit Kollegen des Tox-Zentrums und einem Spinnenspezialisten der Universität Bern eine Studie. Die Bevölkerung ist dazu aufgerufen, Spinnenbisse in den Monaten Juni bis November 2011 zu melden, wenn deswegen eine ärztliche Behandlung nötig wurde.

Die Meldung sollte über den Hausarzt oder den Spitalnotfall erfolgen. Interessiert sind die Forscher sowohl an Vorfällen mit einheimischen als auch mit eingeführten tropischen Spinnen. Wenn möglich sollten die Gebissenen die Spinne einfangen und zur Identifizierung einschicken.

In der Schweiz gibt es fast 1000 Spinnenarten. Die allermeisten von ihnen verfügen über Giftdrüsen in ihren Kieferzangen. Trotzdem gehen Fachleute davon aus, dass nur etwa 10 bis 30 Arten mehr oder weniger schmerzhafte Symptome verursachen. Spinnen, die kleiner sind als ein Zentimeter, können nicht durch die menschliche Haut beissen.

Schmerzhafter Dornfinger

Dem Menschen am ehesten grössere Beschwerden verursachen kann laut Spezialisten die Ammen-Dornfingerspinne. Ihr Biss ist in erster Linie schmerzhaft - schwere dauerhafte Schädigungen oder Todesfälle gibt es nicht. In Europa wurden in den letzten 150 Jahren nur gerade zwölf Dornfinger-Spinnenbisse zweifelsfrei nachgewiesen.

Spürbare Bissverletzungen verursachen könnten laut den Forschern auch folgende Spinnen: Wasserspinne, Hauswinkelspinne, Asselspinne, Kräuseljagdspinne und Kreuzspinnen. Auch eingeschleppte Arten wie die Loxeles-Spinnen oder die berüchtigten Schwarzen Witwen könnten für Probleme sorgen.

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