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Beim Fährunglück in der Adria sind mindestens 10 Menschen ums Leben gekommen. 427 konnten von der "Norman Atlantic" gerettet werden. Die Suche nach möglichen Vermissten geht aber weiter.

Es gebe Ungereimtheiten mit der Passagierliste, auf der 478 Personen standen, teilte der italienische Transportminister Maurizio Lupi mit. Der Verbleib Dutzender Menschen war daher unklar. Die italienische Regierung betonte, es sei zu früh, eine Zahl von Vermissten zu nennen. An Bord waren vermutlich auch blinde Passagiere.

Mehr als die Hälfte der Geretteten waren Griechen. Laut Lupi befanden sich unter denjenigen, die bereits in Sicherheit gebracht wurden, auch zehn Schweizer. Zuvor hatte das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) lediglich bestätigt, dass sich diese Zahl an Schweizer Passagieren an Bord befunden habe.

Erschwerte Rettung

Das Drama hatte am frühen Sonntagmorgen begonnen, als auf einem Autodeck der "Norman Atlantic" an Bord ein Feuer ausbrach und sich rasend schnell ausbreitete. Manövrierunfähig trieb das brennende Schiff in Richtung albanischer Küste.

Die Fähre der griechischen Anek-Lines liegt nun vor der albanischen Küste. Die ganze Nacht hatten die Retter die Menschen mit Helikopter von Bord der qualmenden Fähre gebracht. Wind, Dunkelheit und Kälte erschwerten die Operation.

Mehrere Versuche, die Fähre an einem Schlepper zu befestigen, scheiterten. Erst, als ein Marineschiff mit Helikopterlandeplatz vor Ort war, konnten die völlig verängstigten Passagiere schneller in Sicherheit gebracht werden.

Passagiere erheben Vorwürfe gegen Besatzung

Passagiere erzählten von Schlägereien an Bord. Und wieder andere erhoben schwere Vorwürfe gegen die Besatzung.

"Es war nur ein Rettungsboot im Wasser und niemand von der Besatzung war da, um den Menschen zu helfen", sagte einer der ersten Passagiere, die von einem Handelsschiff gerettet und im italienischen Bari an Land gebracht wurden. "Wir dachten alle, wir sterben."

"Eigentlich hätten wir mit einem anderen Schiff fahren sollen. Wir haben das erst im Hafen gemerkt. Als wir es gesehen haben, ist uns etwas mulmig geworden", sagte eine andere Passagierin im griechischen Fernsehen. "Auf dem Schiff gab es keinerlei Koordination. Das Personal war praktisch nicht vorhanden."

Ermittlungen wegen fahrlässigen Schiffbruchs

Die Staatsanwaltschaften in Bari und Brindisi leiteten Ermittlungen wegen fahrlässigen Schiffbruchs und fahrlässiger Tötung ein. Der Eigentümer der Fähre, Carlo Visentini, sagte seine Zusammenarbeit bei den Ermittlungen zu. Die griechische Fährlinie Anek hatte die fünf Jahre alte Fähre von seiner Firma, der italienischen Visemar, gechartert.

Das Schiff habe alle Zertifikate gehabt und sei fahrtüchtig gewesen. Bei einer Inspektion am 19. Dezember waren leichtere Mängel an der "Norman Atlantic" moniert worden.

Über die Ursache des Brandes, der vermutlich im Autodeck ausgebrochen war, wurde weiter spekuliert. Lastwagenfahrer berichteten in griechischen Medien, dass das Fahrzeugdeck überladen gewesen sei. Viele Laster hätten zudem entzündbares Olivenöl geladen gehabt.

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SDA-ATS