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Trauer und Wut in Südafrika nach dem gewaltsamen Tod von Nationaltorwart und Kapitän Senzo Meyiwa: Der 27-jährige Fussballstar wurde am Sonntagabend bei einem Überfall nahe Johannesburg erschossen. Die Täter hatten es offenbar auf Wertsachen abgesehen.

Meyiwa war zusammen mit weiteren Gästen bei einer Freundin, der Popsängerin Kelly Khumalo, im Township Vosloorus, als Unbekannte in das Haus eindrangen. Laut Polizei bedrohten zwei Täter die insgesamt sieben Anwesenden, einer habe draussen Wache gestanden. Die genauen Tatumstände waren zunächst unklar.

Den Schüssen sei eine Auseinandersetzung vorausgegangen, sagte Südafrikas Polizeichef Riah Phiyega. Meyiwa sei im Oberkörper getroffen worden.

Medienberichten zufolge forderten die Täter die Herausgabe von Handys und eröffneten dann das Feuer. Die drei Angreifer flohen laut Polizei zu Fuss. Meyiwa wurde bei der Ankunft im Spital für tot erklärt.

Zuma will "jeden Stein umdrehen"

Die Polizei setzte umgerechnet über 20'ooo Franken Belohnung für Hinweise auf den Verbleib der Täter aus. Präsident Jacob Zuma äusserte sich bestürzt und entschlossen im Kampf gegen die grassierende Kriminalität im Land.

Zuma sagte, die Polizei werde "jeden Stein umdrehen", um Meyiwas Mörder zu finden und vor Gericht zu bringen. "Worte können den Schock der Nation über diesen Verlust nicht zum Ausdruck bringen." Der Präsident des Weltfussballverbands FIFA, Sepp Blatter, nannte Meyiwas Tod tragisch und sinnlos.

Meyiwas Verein Orlando Pirates schrieb im Internetdienst Twitter, der Club hätte mit grosser Betroffenheit vom Tod des Fussballers erfahren. Dies sei nicht nur ein trauriger Verlust für seine Familie, sondern auch für den Verein und die Nation.

Bei einer Teamsitzung am Montag hätten Meyiwas Mannschaftskameraden hemmungslos geweint. Auch Nationalcoach Shakes Mashaba kämpfte mit den Tränen, als er Meyiwa als "sehr netten Menschen" und Stütze der Nationalelf beschrieb.

Auch internationale Stars der Branche äusserten sich bestürzt: Spaniens Nationatorhüter Iker Casillas postete im Onlinedienst Instagram ein Foto von Meyiwa, das ihn bei einem Trikot-Tausch mit dem Südafrikaner zeigt. Er sei "sehr traurig über den Verlust" des Freunds.

Weiterer Schock für Südafrika

Die südafrikanische Sportwelt war zuletzt mehrfach schwer erschüttert worden. Erst am Freitag musste die Nation den Tod des früheren 800-Meter-Weltmeisters Mbulaeni Mulaudzi verkraften, der bei einem Autounfall ums Leben kam.

Zugleich dauert der Schock über den Sturz der Leichtathletikikone Oscar Pistorius an. Der Paralympics-Star und Waffennarr wurde am vergangenen Dienstag wegen tödlicher Schüsse auf seine Freundin Reeva Steenkamp zu fünf Jahren Haft verurteilt. Die Staatsanwaltschaft kündigte unterdessen an, gegen das Urteil Berufung einzureichen.

Meyiwa zuletzt in herausragender Form

Südafrika hat weiterhin eine hohe Kriminalitätsrate, auch wenn die Zahl der Delikte seit einigen Jahren rückläufig ist. Allein im vergangenen Jahr wurden über 17'000 Menschen am Kap getötet. Trotz Reformen verharren im Land Millionen Menschen in Armut und Arbeitslosigkeit, die soziale Ungleichheit gehört zu den grössten weltweit.

Meyiwa hatte sich als Fussballer nach oben gearbeitet: Erst am Samstag stand er für seinen Club in Soweto zwischen den Pfosten. Bei der Qualifikation der Nationalelf für den Africa Cup im kommenden Jahr zeigte er sich zuletzt in herausragender Form.

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SDA-ATS